english

Donnerstag, 31 Oktober 2019 08:00

Italien: Untersuchungsbericht zum Unfall Pioltello zeigt fehlende Gleiswartung auf

mil1mil5

Fotos: Staatliche Feuerwehr Vigili del Fuoco, Transportministerium.

Eine Kette von Unterlassungen in der Instandhaltung, von den untersten Ebenen bis an die Spitze des italienischen Infrastrukturverwalters RFI, waren laut Staatsanwaltschaft für die Entgleisung von Pioltello verantwortlich, bei der am 25. Januar 2018 drei Menschen um das Leben kamen und 102 weitere verletzt wurden. Dies ginge aus der nunmehr abgeschlossenen Unfalluntersuchung der Mailänder Staatsanwaltschaft hervor.

Totschlag, mehrfache Körperverletzung und schuldhaftes Unterlassen der Vorsorge gegen Arbeitsunfälle sind die Vorwürfe gegenüber elf Beschuldigten und RFI, letztere beschuldigt nach Unternehmenshaftung bzw. Unternehmensstrafrecht. Unter den Verdächtigen befinden sich die lokalen Manager der für die Instandhaltung zuständigen RFI-Strukturen, denen vorgeworfen wird, nicht sofort eine defekte Schienenlasche ersetzt zu haben, die bei Kilometer 13+400 in der Nähe des Bahnhofs von Pioltello gebrochen war und die Entgleisung verursacht hat.

Die Ermittlungen von Bahnpolizei und Experten unter der Leitung der Staatsanwälte Maura Ripamonti und Leonardo Lesti kamen zu dem Schluss, dass sich die Verbindung "in sehr schlechtem Zustand" befand, "nicht den technischen Merkmalen von RFI entsprach", und bereits "seit November 2017" mit einem Holzkeil zur Begrenzung der Schwingungen versehen war.

Trotz "des offensichtlichen und hohen Risikos der Bildung von Innenrissen" wurden die Risse im Stahl, die zum Bruch der etwa 20 cm langen Schienenlasche führten, nicht "systematisch überwacht", wobei an dem mit bis zu 180 km/h befahrenen Abschnitt ein Austausch erst für April 2018 geplant war.

Dem Geschäftsführer von Rfi, Maurizio Gentile, sowie den Leitern der Abteilungen Produktion bzw. Organisationsstruktur wird vorgeworfen, "trotz der wiederholten und häufigen Fälle von gebrochenen Gleisverbindungen im gesamten Staatsgebiet" keine Anweisungen an alle territorialen Direktionen gegeben zu haben, die Kontrollen zu verschärfen und "Maßnahmen zur Eindämmung des Risikos" zu ergreifen, wie die Reduzierung der Zuggeschwindigkeit, die Verwendung von manuellen Ultraschallgeräten oder Installation von Geräten auf dem gesamten italienischen Eisenbahnnetz, die in der Lage sind, Anomalien "umgehend zu melden".

Dem Abschluss der Untersuchung wird nun die Anklage gegen die Verdächtigen folgen. Keine Anklage wird gegen den Zugbetreiber Trenord, dessen CEO und den Betriebsleiter des Unternehmens Trenord geführt.

GK, WKZ, Quelle Corriere della Sera

Zurück

Nachrichten-Filter