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Mittwoch, 06 November 2019 07:05

Großbritannien: RMT kündigt 27 Streiktage bei SWR im Dezember an

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Fotos RMT.

Die Eisenbahnergewerkschaft Rail, Maritime and Transport (RMT) hat bestätigt, dass im Dezember insgesamt 27 Tage Streikmaßnahmen gegen die South Western Railway (SWR) stattfinden werden, nachdem das Unternehmen der Gewerkschaft versprochene Zusicherungen bezüglich der Rolle der Guards nicht eingehalten hat.

Das unermüdliche Versäumnis des Unternehmens, Zusicherungen zu geben, dass sein neues Betriebsmodell nicht in einen fahrergesteuerten Betrieb (Driver Controlled Operation) übergeht - wobei die Rolle der Guards vollständig wegfallen wird - bedeutet, dass der Gewerkschaft keine andere Wahl gelassen wurde, als weitere Arbeitskampfmaßnahmen zu ergreifen.

Die Gewerkschaft weist die Guards und Triebfahrzeugführer an, folgende Streikmaßnahmen zu ergreifen:

- Keine Einsatzmeldung von 00:01 Uhr am Montag, den 2. Dezember 2019, bis 23:59 Uhr am Mittwoch, den 11. Dezember.
- Keine Einsatzmeldung von 00:01 Uhr am Freitag, den 13. Dezember bis 23:59 Uhr am Dienstag, den 24. Dezember 2019.
- Keine Einsatzmeldung von 00:01 Uhr am Freitag, den 27. Dezember 2019 bis 23:59 Uhr am 1. Januar 2020.

RMT-Generalsekretär Mick Cash sagte:

"Unseren Mitgliedern bleibt keine andere Wahl, als weitere 27 Tage Streiks bei der South Western Railway zu fordern. Nach den Ergebnissen der letzten Sitzung, die wir in gutem Glauben mit dem Verhandlungsteam des Unternehmens beschlossen haben, fühlen wir uns nun wieder enorm enttäuscht. Solange sich das Unternehmen weiterhin weigert, Zusicherungen über die künftige operative Rolle der Guards zu geben, werden wir im Streit bleiben.

Zur Erinnerung: Guards

Bei den britischen Eisenbahnen hat ein "Guard" vielfältige betriebliche Aufgaben zu erfüllen, wozu u.a. gehört
• den Zug vor der ersten Abfahrt auf Sauberkeit und zuverlässige Funktion (z.B. der Türen) zu überprüfen,
• während der Fahrt durch den Zug zu gehen und die Fahrscheine zu kontrollieren bzw. zu verkaufen,
• Fahrgastinformationen zu geben, ggf. auch auf direkte Rückfragen von Fahrgästen zu antworten,
• den Fahrgastwechsel an allen Stationen zu beobachten und in kritischen Situationen ggf. den Zug anzuhalten,
• in Notfällen oder bei Betriebsstörungen den Fahrgästen Anweisungen zum angemessenen Verhalten zu geben.

Diese Aufgaben lassen sich bei Zügen ohne "Guard" nicht völlig automatisieren, was somit weniger Komfort und Sicherheit für die Fahrgäste bedeutet. Dabei sind die von SWR bestellten neuen Züge des Typs "Aventra" für den Vorortverkehr im Großraum London grundsätzlich für einen Betrieb ohne Zugbegleiter vorgesehen.

WKZ, GK, Rüdiger Lüders, Quelle RMT

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Letzte Änderung am Dienstag, 05 November 2019 19:13

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