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Sonntag, 08 Oktober 2017 12:06

Frankreich: Bezahlt die SNCF ihre Führungskäfte zu gut?

Florence Parly, am 21. Juni 2017 von Präsident Emmanuel Macron in das Amt der Verteidigungsministerin im Kabinett von Édouard Philippe berufen, war zuvor seit 2014 stellvertretende Generaldirektorin für Strategie und Finanzen der SNCF und danach ab Mai 2016 als Generaldirektorin von SNCF Voyageurs für den gesamten Personenfernverkehr der Gruppe zuständig. Wie die Wochenzeitschrift "Marianne" berichtet, erhielt sie 2017 80 % ihrer jährlichen Bezüge von ihrem letzten Arbeitgeber SNCF ausgezahlt, das sind 52.569 Euro im Monat oder 315.418 Euro von Januar 2017 bis Juni 2017, als sie Ministerin wurde. Ihre Bezüge setzen sie damit an die Spitze der am höchsten bezahlten Minister.

Der Betrag wurde am 12. August auf der Website der Hohen Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben (HATVP) veröffentlicht, auf der alle Minister ihre Gehälter darlegen müssen. Diese Summe lässt französischen Medien zufolge zum Nachdenken anregen, denn die Schulden von SNCF Réseau betragen inzwischen über 40 Mrd. Euro. Laut dem mehrjährigen Leistungsvertrag, der vor kurzem mit dem Staat unterzeichnet wurde, könnten sie im Jahr 2026 63 Mrd. erreichen. Dies hindert das Eisenbahnunternehmen nicht daran, die Führungsspitze sehr großzügig zu bezahlen.

Zwar gibt es in Frankreich ein Gesetz, dass Gehälter der Manager von börsennotierten Unternehmen nicht mehr als 450.000 Euro brutto pro Jahr betragen dürfen, das sind rund 370.000 Euro netto. Das gilt allerdings nur für Führungsmitglieder mit dem Status "mandataire social", z. B. dem PDG, den Florence Parly nicht hatte. Mit einem zusätzlichen "Leistungsbonus" hätte ihr Jahresgehalt die Grenze 450.000 Euro überschritten.

WKZ, Quelle Marianne, DNA

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Letzte Änderung am Sonntag, 08 Oktober 2017 12:09

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