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Mittwoch, 13 November 2019 07:27

Russland: Erste Container von China nach Europa multimodal in Mukran/Sassnitz angekommen

Die Russische Eisenbahn RŽD hat gestern (12.11.2019) zusammen mit der United Transport and Logistics Company - Eurasian Railway Alliance (UTLC ERA, russ. Ob"edinennaja transportno-logističeskaja kompanija – Evrazijskij železnodorožnyj al'jans, OTLK ERA) und dem Hafen von Mukran in Deutschland ein neues multimodales Transportprojekt zur Lieferung von Gütern unter einem einzigen CIM/SMGS-Frachtbrief per Containerzug auf dem Weg China - Europa - China realisiert.

CIM steht für Uniforme Regeln für den Vertrag über die internationale Eisenbahnbeförderung von Gütern (International Carriage of Goods), während SMGS die Transliteration der russischen Abkürzung für "Agreement on International Goods Transport by Rail" ist.

Es ist geplant, den multimodalen Transport auf einem einzigen CIM/SMGS-Frachtbrief dauerhaft zu organisieren.

Der erste Testzug wurde auf der Strecke Xian - Kaliningrad - Hamburg mit 42 40-Fuß-Containern (84 TEU) für Konsumgüter, Automobilteile und Computerausrüstung eingesetzt.

Am 12. November 2019 wurden die Container von den 1520-mm-Spurweitengleisen auf Container-Feederschiffe im Containerterminal in Baltijsk umgeschlagen. Von dort aus beförderten die Feederschiffe die Fracht zum Eisenbahnhafenterminal Mukran/Sassnitz in Deutschland, wo sie auf Waggons für die europäische Normalspurbahn von 1435 mm umgeladen werden. Den Weitertransport nach Hamburg übernahm die EGP.

Die Fracht wurde vom Bahnhof Xinzhu in China in 8,5 Tagen zum Hafen von Baltiysk geliefert. Die gesamte Transitzeit auf der Strecke in beide Richtungen darf 14 Tage nicht überschreiten. Ein Zug in die andere Richtung sollte am 11. November von Deutschland aus abfahren, wobei das Schiff am 13. November im Hafen von Baltijsk ankommt und per Bahn weiter nach China befördert wird.

Erstmals wird der einheitliche CIM/SMGS-Frachtbrief nicht nur in zwei Rechtsordnungen, sondern auch auf zwei Verkehrsträgern gültig sein - entlang der gesamten neuen Eisenbahnstrecke der Seidenstraße, die Containerzüge befördet.

Der einzelne CSIM/SMGS-Frachtbrief ist in den gesetzlichen Beförderungsregimen Chinas, Kasachstans, Russlands, Weißrusslands und Europas gültig, was es unnötig macht, erneut einzelne Dokumente erneut auszustellen, während der Zug unterwegs ist. Dies wiederum verhindert Fehler bei der Neuausgabe von Dokumenten und optimiert zudem Transportkosten, Technik und Lieferzeiten.

Vorerst werden die Container auf der rund 10 000 km langen Strecke aus China drei Mal umgeladen: an der russischen Grenze auf Breitspurzüge, dann aufs Schiff und in Mukran erneut auf Züge. Falls der Verkehr auf dieser Route in größerem Umfang und im wahrsten Sinne des Wortes "ins Rollen" kommt, könnte auch der 2009 eingestellte Fährverkehr mit Breitspurwagen bis Mukran wieder aufgenommen werden. Dann würden auf der Gesamtstrecke von China bis Deutschland nur noch zwei statt jetzt drei Umladevorgänge erforderlich sein.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle RŽD

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Letzte Änderung am Mittwoch, 13 November 2019 10:10

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