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Mittwoch, 13 November 2019 11:23

Österreich: Wiens S-Bahn kommt im U-Bahn-Takt und in der Nacht

Mit 15. Dezember 2019 werden in der gesamten Österreichischen Ostregion die Bahn- und Regionalbusfahrpläne angepasst. Insbesondere soll das Bahnangebot in den drei Bundesländern um gesamt rund 3 Millionen Zugkilometer pro Jahr ausgeweitet werden.

Finanzstadtrat Peter Hanke: „Wir investieren 25 Millionen Euro in das erweiterte S-Bahn-Angebot, das für die Wiener Fahrgäste zahlreiche Verbesserungen enthält. Neben den besonders kurzen Intervallen auf der Stammstrecke ist mir vor allem die Einführung der Nacht-S-Bahn ein großes Anliegen, damit die Wiener Nachtschwärmer schon bald noch schneller und sicher nach Hause kommen.“ Der neue Wochenend-Nachtverkehr wird auf der Wiener Stammstrecke (von Mödling über Meidling bis Floridsdorf) sowie auf der Vorortelinie (S45) im 30-Minuten-Takt eingeführt. Zudem werden auf einigen Strecken die Bahnverkehre ausgeweitet. So bekommt die S80 einen durchgehenden 30-Minuten-Takt zwischen Wien Hütteldorf und Aspern Nord. Die künftigen Fahrpläne sind bereits in den Routenplanern ersichtlich und werden, nach Abschluss der entsprechenden Verkehrsdiensteverträge, mit 15. Dezember 2019 umgesetzt.

„Ein modernes S-Bahn- und Regionalbahnsystem in der Bundeshauptstadt gehört zu den tragenden Säulen einer nachhaltigen und zukunftssicheren Mobilität in dieser wachsenden Region. Hand in Hand mit der Wiener U-Bahn bilden die S- und Regionalbahnen ein dichtes hochrangiges Verkehrsnetz in der Bundeshauptstadt“, so VOR-Geschäftsführer Thomas Bohrn. Täglich pendeln mehr als 260.000 Berufs- und BildungspendlerInnen nach Wien. Der Großteil davon per S-Bahn und Regionalbahn. „Das moderne Bahnsystem leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zur Erreichung unserer ambitionierten Klimaziele. Deshalb bauen wir das Bahn-Angebot für die Wienerinnen und Wiener, aber auch für all jene, die täglich nach Wien zur Arbeit pendeln, noch weiter aus“, betont Stadtrat Hanke. Umso erfreulicher gerade für den Mobilitätsknoten Wien ist die voraussichtliche Ausweitung des Bahnangebotes in der Ostregion um insgesamt rund 3 Millionen Kilometer pro Jahr.

Kein neuer S-Bahn-Tunnel durch Wien, sondern rasche und konkrete Verbesserungen

Wie bereits von den Expertinnen und Experten des VOR und der ÖBB in den letzten Tagen erklärt, hält auch die Stadt Wien den in den letzten Wochen aus Niederösterreich medial ventilierten neuen S-Bahn-Tunnel in Wien nicht für sinnvoll. Dem Vorschlag fehlt sowohl ein hinreichendes planerisches Fundament, noch ist er auf seine Machbarkeit überprüft worden. „Anstatt vermeintlich gut klingende Großbaustellen für den Sankt-Nimmerleinstag anzukündigen, wollen wir rasche Verbesserungen für die vielen Nutzerinnen und Nutzer der öffentlichen Verkehrssysteme erreichen – und zwar bereits jetzt und in den nächsten Jahren. Daher investieren wir mit dem neuen Verkehrsdienstevertrag in den Ausbau der Bahnkilometer in der gesamten Ostregion und treiben weitere Infrastrukturprojekte im kommenden Jahrzehnt voran. Ich lade alle Beteiligten ein, sich in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich an diesen umfassenden Bemühungen zu beteiligen“, so Stadtrat Hanke.

Wochenend-Nachtverkehre auf Vorortelinie S45 und von Floridsdorf nach Mödling!

Für Wien und das Umland im neuen Verkehrsdienstevertrag besonders erfreulich: Wie seit September 2010 bei den Wiener U-Bahnen gibt es in den wichtigen innerstädtischen Mobilitätsadern Vorortelinie (S45) Hütteldorf – Heiligenstadt – Handelskai und in der Stammstrecke von Floridsdorf bis Mödling am Wochenende einen durchgängigen ½-Stunden-Takt in der Nacht. Die Nachtverkehre auf der Stammstrecke bis Mödling bringen für die Halte Wien Atzgersdorf, Wien Liesing bis Perchtoldsdorf, Brunn-Maria Enzersdorf und Mödling in den Nächten am Wochenende erstmals eine Anbindung mit einem hochrangigen Verkehrsmittel. Die Verknüpfung mit allen U-Bahn-Linien trägt zu einer noch besseren Erreichbarkeit bei.

Zusatzangebot auf S80, S50 und Flughafenschnellbahn S7

Mit dem 15. Dezember 2019 ist auch ein einheitlicher, täglicher Halbstundentakt auf der S80 zwischen Wien Hütteldorf und Wien Aspern geplant. Damit kann eine zentrale innerstädtische Öffi-Achse im leicht merkbaren und kundenfreundlichen Taktverkehr angeboten werden. Wien Liesing soll zukünftig alle 10-Minuten mit der S-Bahn von Wien Floridsdorf angefahren werden. Für die Flughafenschnellbahn S7 ist insbesondere die geplante erste S-Bahn zum Flughafen um 4:06 ab Floridsdorf ein wesentlicher Vorteil nicht nur für Urlauber, sondern auch für Angestellte und ArbeiterInnen im Bereich Schwechat. Bei der S50 mit Start am Wiener Westbahnhof sind Verbesserungen im Früh- und Abendverkehr mit einem 15-Minuten-Takt bis Unter Purkersdorf eingeplant – z.-B ein Viertelstundentakt vom Westbahnhof über Hütteldorf nach Unter Purkersdorf von 5 bis 9 und 13 bis 19 Uhr und ein Halbstundentakt nach Tullnerbach Pressbaum, der um zwei Stunden bis um 22:28 verlängert werden soll. Die letzte tägliche Fahrt vom Westbahnhof soll auf 00:28 Uhr um eine Stunde nach hinten verschoben werden. Auch im Frühverkehr sind auf dieser Linie Verbesserungen eingetaktet: Die S-Bahn Linie S45 soll zukünftig bis 21 Uhr im 10-Minuten-Takt verkehren und auf die erhöhte Nachfrage im Abendverkehr angepasst werden. Die ersten und letzten Verbindungen werden dabei an die Anschlüsse der Franz-Josefs-Bahn in Wien Heiligenstadt und der S50, S80 und Westbahn-Achse angepasst.

Die schnellen Nahverkehre in Form von REX- und Regionalzügen ergänzen das Angebot im Nahverkehrsnetz. Neu sind Halte der schnellen Regionalzüge, welche alle 15-Minuten von Wien Meidling kommen, auch in Wien Liesing eingeplant. Die Anzahl der Züge zwischen Wien Hauptbahnhof, Simmering, Stadlau und Aspern Nord soll durch stündliche REX-Züge zur S80 Linie zusätzlich ergänzt und aufgewertet werden.

„Insgesamt wird die Bundeshauptstadt von den bevorstehenden Fahrplanverbesserungen, die maßgeblich von der Stadt Wien mitfinanziert werden, stark profitieren. Jeder Pendler und jede Pendlerin, die mit S-Bahn oder Regionalbahn statt dem PKW nach Wien fährt, ist ein Gewinn für Klima und Lebensqualität“, so Hanke abschließend.

Die neuen Fahrpläne sind bereits über die Routenplaner von Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und ÖBB abrufbar und werden vorbehaltlich des formellen Abschlusses des zugehörigen Verkehrsdienstevertrages zwischen Bund und ÖBB umgesetzt.

Pressemeldung Stadt Wien

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