english

Donnerstag, 14 November 2019 12:29

Österreich: Bevölkerung lt. Umfrage mehrheitlich für Brenner-Nordzulauf

brennernordzulauf

Foto ÖBB / Gerhard Berger.

ÖBB und Deutsche Bahn haben die Bevölkerung erneut zur Planung des Brenner-Nordzulaufs befragt. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sprechen sich für eine Neubaustrecke aus.

Das unabhängige Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa hat in den vergangenen Wochen im Auftrag der Deutschen Bahn ein aktuelles Stimmungsbild zum Projekt Brenner-Nordzulauf erhoben. Die Umfrage dient dazu, nach der ersten Befragung im vergangenen Jahr die Entwicklungen in der öffentlichen Meinung abzubilden. Daraus ergeben sich unter anderem Erkenntnisse, auf welchen Kanälen die Bürgerinnen und Bürger Informationen wünschen und was in der Vergangenheit gut vermittelt werden konnte.

Mehrheit der Bevölkerung für eine Neubaustrecke

Mit 59 Prozent spricht sich die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor für eine Neubaustrecke aus. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr war hierbei zu erwarten. Denn nach der ersten Befragung stellten die Bahnen unter anderem die Grobtrassen und die fünf verbliebenen Einzelvarianten vor. Aus einem ursprünglich abstrakten Vorhaben ist mittlerweile ein konkretes Projekt geworden. Aufgezeigt haben die Meinungsforscher auch, dass im Tiroler Inntal die Zustimmungswerte höher sind als im angrenzenden Bayern. Mit der Trassenauswahl Ende 2020 wird nur noch ein Teil der Region von den Bahnplanungen betroffen sein.

88 Prozent der Menschen in der Region für Verlagerung auf die Schiene

Das Projekt Brenner-Nordzulauf ist ein wichtiger Baustein hin zu umweltfreundlichem Verkehr über den Brenner. Dass die Bevölkerung einen Handlungsbedarf sieht, bestätigen auch die Umfragewerte. So wünschen sich 87 Prozent der Befragten eine Veränderung bei der Gestaltung der Gütertransporte im Inntal, 84 Prozent empfinden den LKW-Verkehr als Belastung. Die Verlagerung der Transporte auf die Schiene ist für 88 Prozent der Menschen in der Region überfällig. Eine positive Entwicklung ist bei der Projektinformation zu erkennen. Die Zahl der Befragten, die sich mehr Informationen wünschen, sank auf 58 Prozent. Das sind elf Prozentpunkte weniger als bei der ersten Befragung. Die Bemühungen zur Intensivierung des Kommunikationsangebotes im vergangenen Jahr haben Wirkung gezeigt. Besonders wirksam waren die Informationsveranstaltungen in den Gemeinden, bei denen viele Fragen geklärt werden konnten. Auch im kommenden Jahr sollen die Informationsmöglichkeiten weiter ausgebaut werden.

Meinungsbild ist ein Auftrag an die Planer

Die Bekanntheit des Brenner-Nordzulaufs hat im Raum Rosenheim - Kufstein im vergangenen Jahr weiter zugenommen und beträgt nun 87 Prozent. Von besonderem Interesse ist für die meisten Befragten der zukünftige Trassenverlauf. Insgesamt 72 Prozent interessieren sich für den Verlauf der Neubaustrecke. Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als noch im vergangenen Jahr. Fragt man die Menschen, welche Aspekte aus Ihrer Sicht bei der Trassenauswahl besonders wichtig sind, entscheiden sich die meisten für Lärmschutz, Naturschutz und den Schutz von Erholungsräumen. Hierfür gilt es bei den nächsten Planungsschritten möglichst gute Lösungen zu finden, denn das Meinungsbild der Bevölkerung ist ein klarer Auftragt an die Planer. Natürlich bleibt eine Vielzahl weiterer Aspekte wie zum Beispiel der Schutz landwirtschaftlicher Flächen oder der Wasserhaushalt im Fokus der Planer.

Bestandsstrecke aus Sicht der Befragten nicht ausreichend

In der Umfrage wurde auch explizit nach der Meinung zur Bestandsstrecke gefragt. Nur 37 Prozent der Befragten stimmen dabei der Aussage zu, für die Verlagerung von mehr Gütertransport von der Straße auf die Schiene würde die bestehende Eisenbahnstrecke ausreichen. Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent erachtet die Bestandstrecke für die Verkehrsverlagerung als unzureichend. Im vergangenen Jahr waren es noch 65 Prozent.

Für die repräsentative Umfrage wurden im September und Oktober insgesamt 1502 Personen im gesamten Planungsraum befragt. Forsa ist ein renommiertes deutsches Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin und Frankfurt. Für die telefonische Befragung wurden Stichproben gezogen, um alle Bevölkerungsgruppen korrekt abzubilden.

Pressemeldung ÖBB

Zurück

Nachrichten-Filter