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Dienstag, 19 November 2019 09:00

Spanien: Guardia Civil verhaftet Graffiti-Künstler wegen Schadens an mehr als 2.000 Zügen in Europa

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Fotos Guardia Civil.

Die Guardia Civil hat im Rahmen einer Aktion gegen die Beschädigung von Eisenbahnwaggons durch Graffiti eine Gruppe aufgedeckt, die mit Schäden an mehr als 2.000 Eisenbahneinheiten sowohl in Spanien (Kantabrien, Asturien, Burgos, Baskenland, Valencia, Madrid, Balearen) als auch in anderen europäischen Ländern (Italien, Deutschland, Rumänien, Portugal, Niederlande, Frankreich und Schweden) in Verbindung gebracht werden könnte.

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Es wird geschätzt, dass der wirtschaftliche Schaden für Unternehmen und die öffentliche Kasse 6 Mio. EUR übersteigen wird.

Die Operation hat zu zu vier Inhaftierten, drei Männern und einer Frau im Alter zwischen 26 und 28 Jahren geführt. Zwei der Täter wohnten in Burgos, ein weiterer in Biskaya und der vierte in Toledo. Die Männer waren für das Graffiti zuständig, während die Frau logistische Funktionen und die Anfertigung von Bildaufnahmen übernahm.

Die Ermittlungen begannen Ende Juni dieses Jahres, als drei Männer Graffiti und "Tags" auf die Wagen des Transcantábrico-Zuges aufbrachten, der sich damals im Bahnhof von Unquera (Kantabrien) befand. Aus den Bildern, die zum Zeitpunkt der Tatausführung aufgenommen wurden, konnten die Beamten verschiedene Hinweise auf die Täter auswerten, die es erlaubten, diese drei Personen zu identifizieren.

Anschließend konnte die Guardia Civil Verbindungen zwischen den vier Beschuldigten herstellen, wie z.B. die Existenz von gemeinsamen Reisen im In- und Ausland sowie die Übereinstimmung der Reiseziele mit Orten, an denen Graffitis beobachtet wurden.

Nachdem so die Identität der mutmaßlichen Täter der Verursachung der Graffiti am Transcantábrico festgestellt worden war, wurde der Grafikabteilung des Kriminaltechnischen Dienstes der Guardia Civil ein Foto mit einem der "Tags" zur Verfügung gestellt, ebenso wie Fotos, die bei Anzeigen über Graffitis an Eisenbahnwaggons in Kantabrien in den Jahren 2018 und 2019 mit derselben Signatur angefertigt wurden. Die Grafikabteilung kam zu dem Schluss, dass der Autor dieser Unterschrift auf allen zur Verfügung gestellten Bildern die gleiche Person war, der damals 17 Graffitis auf Zügen in Kantabrien zugeschrieben wurden, die den gemeldeten Schaden von 65.000 Euro überstiegen.

Es folgten Durchsuchungen in dem Haus eines der Graffiti-Künstler sowie in dem Haus der Frau, die ihn begleitete. Dort wurden mehr als 2.000 Graffiti-Fotos auf Zügen vorgefunden, ein großer Teil davon mit dem Tag dieses Graffiti-Künstlers, sowie Computer und elektronische Speicher mit weiterem Bildmaterial, das gerade untersucht wird.

In der Wohnung eines Nachbarn des Täters aus Burgos wurden etwa 3 kg Marihuana-Knospen und mehrere Haschisch-Tabletten, Präzisionswaagen und diverse Materialien zur Dosierung von Chemikalien gefunden. Die Guardia Civil vermutet, dass diese Person Drogenhandel betrieben hat, um seine Graffiti-Aktivitäten zu finanzieren.

Die Untersuchung ist aufgrund der großen Menge an Bildern und Beweisen noch nicht abgeschlossen, da gleichzeitig Anzeigen der Renfe und dem städtischen U-Bahn-Betreiber bearbeitet werden.

Die Festnahmen wurden vom Gerichtshof von San Vicente de la Barquera (Kantabrien) geleitet und von der Zivilgarde von Kantabrien in Zusammenarbeit mit dem Kriminalistischen Dienst von den Komandanturen Burgos, Biskaya und Toledo durchgeführt worden.

WKZ, Ernst Heumann, Quelle Guardia Civil

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