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Dienstag, 19 November 2019 08:47

Österreich: Komplettes Technik-Update für Kraftwerk Spullersee

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In den Jahren 1919 bis 1925 wurde das Kraftwerk Spullersee von den ÖBB als Bahnstromkraftwerk errichtet. Nach fast 100 Jahren nachhaltiger und umweltfreundlicher Stromerzeugung sind wesentliche Teile der Anlage am Ende ihrer technischen und wirtschaftlichen Lebensdauer angelangt.

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Damit auch in Zukunft eine effiziente Nutzung und Herstellung von Bahnstrom gewährleistet werden kann, wird das Kraftwerk Spullersee von den ÖBB in den kommenden Jahren auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Umfangreiche Vorarbeiten starten

Um die Optimierung des Werks so effizient als möglich durchführen zu können, werden in den kommenden Monaten zahlreiche Vorbereitungsmaßnahmen umgesetzt. Unter anderem wird ein Erschließungstunnel hergestellt, um die in die Jahre gekommenen Druckrohrleitungen in Folge austauschen zu können. Zudem werden die Stützen für eine Materialseilbahn, die für den Bau benötigt wird, aufgestellt und eine Schutzeinhausung für die Arlbergbahnstrecke eingerichtet. Neben weiteren kleinräumigen Sanierungsmaßnahmen folgt im Jänner 2020 die behördlich vorgeschriebene Seeentleerung. Voraussichtlich im Sommer 2020 starten dann die Hauptbaumaßnahmen. Der Fokus liegt dabei auf dem Neubau des Stollenrohrs sowie auf dem Abbau der bestehenden Druckrohrleitungen zum Krafthaus. Diese werden durch ein in der Erde verlegtes, künftig nicht mehr sichtbares Druckrohr ersetzt. „Die Herausforderung bei dieser Baustelle ist einerseits die Höhe von über 1.800 Meter im hochalpinen Bereich und natürlich der Winter. Mehrere Meter Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind hier für unsere Spezialisten an der Tagesordnung“, schildert Vorstandsdirektor Johann Pluy, ÖBB-Infrastruktur AG, die exponierte Lage der ÖBB-Baustelle.

Umweltfreundliche und nachhaltige Energiequelle

Das optimierte Kraftwerk stellt künftig einen der wesentlichen Eckpfeiler für die bedarfsgerechte und nachhaltige Bahnstromenergieversorgung aus Wasserkraft in Österreich dar. „Ich freue mich sehr, dass die Erneuerung des Kraftwerks Spullersee startet. Um täglich umweltfreundlich Güter und Personen mit der Bahn transportieren zu können, braucht es eine entsprechende Bahnstromversorgung. Zur langfristigen Sicherung dieser haben wir uns für den Ausbau der Bahnstromerzeugung entschlossen. Damit unterstützen wir die globalen Ziele des Klimaschutzes“, so ÖBB-Infra Vorstandsdirektor Johann Pluy weiter.

100 % österreichische erneuerbare Energie

Durch die bauliche Auslegung des Kraftwerks Spullersee ist es möglich, gemeinsam mit dem Kraftwerk Braz die Bahnstromversorgung in ganz Vorarlberg bei Bedarf sicherzustellen. Es kann Lastspitzen aus dem Bahnstromnetz ausregeln und dient der Netzstabilität. Das Kraftwerk Spullersee produziert also nicht nur 100% österreichische erneuerbare Energie, sondern fungiert auch als Motor für die regionale Wirtschaft. In der Region West (Tirol und Vorarlberg) betreiben die ÖBB neben Braz und Spullersee noch das Kraftwerk an der Ruetz in Fulpmes. Diese drei Kraftwerke produzieren jährlich rund 220.000 Megawattstunden (MWh) Strom. Der Verbrauch der ÖBB in beiden Bundesländern liegt demgegenüber bei rund 275.000 MWh, was umgelegt dem Jahresverbrauch von ca. 55.000 Haushalten entspricht. Rund 80% des benötigten Bahnstroms für Westösterreich erzeugen die ÖBB im eigenen Gebiet selbst, der Rest kommt von Partnerkraftwerken und der ÖBB-Kraftwerksgruppe Stubachtal.

Kraftwerk Spullersee

• Start Vorarbeiten: August 2019
• Start Hauptarbeiten: voraussichtlich Juni 2020
• voraussichtliche Fertigstellung: Ende 2021/ Anfang 2022
• Kosten: rund 31 Mio.
• Regelleistung Kraftwerk Spullersee: 36 Megawatt
• Beitrag Kraftwerk Spullersee nach der Standortoptimierung:12% der gesamten ÖBB eigenen Regelleistung
• 100% der Bahnstromversorgung der ÖBB werden aus erneuerbarer Energie (großteils aus heimischer Wasserkraft) gedeckt

Pressemeldung ÖBB

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