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Samstag, 23 November 2019 12:00

Dänemark: NEG beginnt mit der Streckenmodernisierung für Tempo 120

neg zug tondern

Bildtext: Zwischen Tondern (Tønder) und Niebüll verkehren meist Triebwagen der Gesellschaft Arriva. Ersatzweise fahren Triebwagen der NEG Niebüll, wie auf dem Foto an einem Tag im Noevember 2019. Foto Heesch.

Es gibt gute Nachrichten für die Bahnreisenden an der nordschleswigschen Westküste. Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird das Angebot auf der erst seit 2001 wieder ganzjährig bedienten Bahnstrecke Tondern - Niebüll durch zusätzliche Fahrten in den späteren Abendstunden verbessert. Bisher gab es abendliche Abfahrten nur saisonal von April bis Oktober.

Neu ist auch an Sonnabenden eine Frühabfahrt aus Tondern um 9.32 Uhr nach Niebüll, was vor allem auch Fernreisenden entgegenkommt, die von Niebüll aus nach Hamburg oder an Ziele im übrigen Deutschland oder Europa reisen wollen. Eine weitere Verbesserung ist, dass die auf der Strecke eingesetzten Züge nicht wie bisher sonnabends und sonntags nach einem anderen Fahrplantakt verkehren, der für Reisende in Niebüll und Tondern mit längeren Aufenthalten verbunden war.

Der Geschäftsführer der NEG Niebüll, Ingo Dewald, berichtet, dass bereits in der kommenden Woche erste Baumaßnahmen auf dem Streckenabschnitt Niebüll - Tondern-Grenze anlaufen. Dieser ist im Besitz der NEG, deren Triebwagenführer auch in den Zügen zwischen Tondern und Niebüll zum Einsatz kommen. Es wird die Ausrüstung mit neuer Signaltechnik vorbereitet, die eine Anhebung der Reisegeschwindigkeit auf 120 Stundenkilometer erlaubt.
An mehreren Tagen werden wegen der Baumaßnahmen statt der Arriva-Triebwagen, die zwischen Niebüll-Tondern und Esbjerg verkehren, zwischen Tondern und Niebüll Busse eingesetzt.

Erst im September hatte das Land Schleswig-Holstein über 9 Millionen Euro für die Bahnmodernisierung auf der grenzüberschreitenden Bahnstrecke bereitgestellt. Das Geld fließt unter anderem in die Sicherungstechnik ETCS, mit der die dänische Bahninfrastrukturbehörde Banedanmark in den kommenden Jahren das gesamte Streckennetz in Dänemark ausrüsten lässt. Zugleich wird damit sichergestellt, dass die Arriva-Triebwagen weiterhin die deutsch-dänische Grenze überqueren können.

„Bei der NEG Niebüll hoffen wir, dass in den kommenden Jahren auch die Streckengeschwindigkeit nördlich von Tondern angehoben wird“, so Ingo Dewald. Er hofft auch, dass in einigen Jahren klimaschützende moderne Fahrzeuge im deutsch-dänischen Bahnverkehr eingesetzt werden können.

„Am günstigsten wäre der Einsatz von Triebwagen mit Brennstoffzellen und Wasserstoff“, so Dewald. Diese fahren mit Elektromotoren, die Strom aus Brennstoffzellen erhalten, in denen bei Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff Elektrizität entsteht – mit Wasserdampf als „Abgas“.

Die Westküstenbahn, der nördliche Ast der Marschbahn, erschließt attraktive Urlaubsregionen in Dänemark. Allerdings reisen die meisten deutschen Urlauber weiter über zeitweise überfüllte Straßen per Auto an. Die Bahnanbindung ist wenig bekannt und wird auch kaum als umweltfreundliche Alternative in der dänischen Touristkbranche entlang der Westküste beworben.

Die Bahnverbindung Tondern-Niebüll bietet an Werktagen bis zu elf Fahrten in jede Richtung, an Wochenende sind es einige Fahrten weniger. In Niebüll haben die Reisenden Anschlüsse an den deutschen Fernverkehr mit Intercityzügen, die Westerland auf Sylt mit Großstädten wie Berlin, Dresden, Köln, Frankfurt und Stuttgart verbinden. Die Züge rollen ab Tondern teilweise über Esbjerg bis Varde und Skjern. 

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