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Montag, 02 Dezember 2019 07:10

Großbritannien: Fahrpreise steigen Anfang 2020 um 2,7%

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Fotos Rüdiger Lüders.

Rail Delivery Group, der Verband der britischen Bahngesellschaften für den Schienenpersonenverkehr, gab am Wochenende bekannt, dass die jährliche Erhöhung der Fahrpreise Anfang Januar 2020 nur 2,7% betragen wird. Damit liegt die Erhöhung knapp unter der Inflationsrate von 2,8% im britischen Einzelhandel, welche im Juli 2019 ermittelt wirde und die gesetzlich vorgeschriebene Grenze der Fahrpreiserhöhungen darstellt.

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Für britische Bahnreisende kommt die Fahrpreiserhöhung nicht überraschend, hat es doch in Großbritannien Tradition, die Preise für Bahntickets zu Beginn eines jeden Jahres zu erhöhen. Auch diesmal begründet die Rail Delivery Group die Preissteigerung mit den dadurch ermöglichten Komfort- und Service-Verbesserungen für die Fahrgäste.

Paul Plummer, der Geschäftsführer der Rail Delivery Group, sagte dazu: "Wir wissen, dass niemand ständig mehr für das Reisen bezahlen möchte. Deshalb haben die Bahnunternehmen das dritte Jahr in Folge die durchschnittlichen Preiserhöhungen unter der Inflationsrate gehalten, während sie weiter in die Verbesserung der Fahrten investiert haben. Fahrgäste werden 2020 von 1.000 zusätzlichen, verbesserten Eisenbahnfahrzeugen und über 1.000 zusätzlichen wöchentlichen Zügen profitieren. Die Branche wird sich weiterhin für Änderungen der Tarifbestimmungen einsetzen, um eine bessere Auswahl an erschwinglichen, kombinierten Tarifen und weniger Überfüllung auf einigen der am stärksten frequentierten Routen zu ermöglichen."

Frühere Regierungen haben entschieden, dass die Fahrgäste selbst und nicht die Steuerzahler den größten Teil der Kosten für den Betrieb der Eisenbahn übernehmen sollten. Dies setzt öffentliche Mittel für große Investitionen in die Infrastruktur frei, um die Fahrten zu verbessern und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Die Regierung nutzt dabei die Inflation, um Erhöhungen bei rund 45% der regulierten Tarife einschließlich der Zeitkartenpreise zu begrenzen. Der Rest wird von einer Reihe weiterer Faktoren beeinflusst, wozu auch die Zahlungen gehören, die die Unternehmen an den Staat abführen."

Mit 98% der Fahrpreiseinnahmen werden beispiellose Investitionen ermöglicht, um das Bahnfahren in Großbritannien zu verbessern. Im Rahmen eines Programms, mit dem die Hälfte der alten Züge des Landes bis 2025 durch neue ersetzt werden sollen, können die Eisenbahnunternehmen allein im nächsten Jahr ungefähr 1.000 zusätzliche Schienenfahrzeuge im ganzen Land ausliefern. Dies wird die Einführung von 1.000 neuen Zügen pro Woche im nächsten Jahr und weiterhin ermöglichen, so dass Bis 2025 etwa 11.300 zusätzliche Zügee eingesetzt werden können. Allein Im nächsten Jahr profitieren die britischen Bahnkunden in den einzelnen Regionen wie folgt:

• Schottland: Eine umfassende Sanierung des Bahnhofs Glasgow Queen Street im Wert von 120 Mio. GBP (147 Mio. Euro) wird abgeschlossen und danach die Sanierung des Bahnhofs von Aberdeen beginnen.

• Nordengland: Für Passagiere, die mit TransPennine Express, Merseyrail, LNER, Northern, Hull Trains und Grand Central reisen, werden supermoderne neue Züge ausgeliefert.

• Wales: Das 40-Millionen-Pfund-Programm (ca. 47 Mio. EURO) zur Modernisierung der Schienenfahrzeugflotte wird fortgesetzt und insbesondere sonntags werden 186 zusätzliche Zugfahrten angeboten.

• Midlands: Eine neue halbstündliche Verbindung zwischen London St Pancras International und Corby wird eingeführt, 180 neue Züge mit Platz für insgesamt 50.000 zusätzliche Passagiere von und nach Birmingham werden in Betrieb genommen und der neue Bahnhof Wolverhampton Interchange wird im Rahmen der Umgestaltung zum Verkehrsknotenpunkt mit einem Aufwand von 150 Mio. GBP (176 Mio. Euro) eröffnet.

• Ostengland: Investition in Höhe von 1,4 Mrd. GBP (über 1,6 Mrd. Euro) in 169 neue Züge der Bahngesellschaft "Greater Anglia" und eine Streckenmodernisierung in Höhe von 27 Mio. GBP (32 Mio. Euro), um längere Züge zwischen Cambridge und King´s Lynn einsetzen zu können. Durch die Erweiterung der Gleisanlagen können täglich 10 zusätzliche Güterzüge nach Felixstowe verkehren und somit bis zu 760 LKW-Fahrten pro Tag ersetzen.

• Südwestengland: Ein schnellerer und zuverlässigerer Verkehr nach dem Fahrplanwechsel sowie die Absicherung der direkt an der Küste verlaufenden Bahnstrecke in Dawlish für 80 Mio. GBP. (94 Mio. Euro)

• London und Südengland: 90 neue Züge für die Bahngesellschaft "South Western Railway" und der Beginn der 150 Mio. GBP (176 Mio. Euro) umfassenden Modernisierung des Bahnhofs Gatwick Airport sind geplant.

Neben der Verbesserung der Angebote und Dienstleistungen für die Fahrgäste schlagen die Bahnunternehmen eine Änderung des jahrzehnte-alten britischen Eisenbahn-Tarifsystems vor, um den Reisenden benutzerfreundlichere und preisgünstigere Tarife anbieten zu können, welche dem aktuellen Lebens- und Arbeitsstil der Menschen entsprechen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen BBC, Financial Times, Guardian, Rail Delivery Group

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