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Dienstag, 03 Dezember 2019 07:00

Großbritannien: Vierwöchiger Streik behindert die Pendler zwischen Südwestengland und London

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RMT-Mitglieder stehen felsenfest gegen South Western Railway vereint. Foto RMT. Fotos von SWR-Zügen. Fotos Rüdiger Lüders.

Nachdem die britische Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft "Rail, Maritime and Transport", kurz RMT, in diesem Jahr bereits mit mehreren Aktionen gegen die geplante Einführung des Ein-Mann-Betriebs und die damit verbundene Freisetzung der Zugbegleiter  bei der Bahngesellschaft South Western Railway protestiert hatte, begann heute ein vierwöchiger Streik, der bis zum 2. Januar 2020 andauern soll. Betroffen sind die Strecken der South Western Railway (SWR), die London mit dem Süden und Südwesten Englands bis hin nach Portsmouth, Southamton, Weymouth und Exeter verbinden.

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Der Streik war aus Sicht der RMT unvermeidbar, als die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft RMT und der Bahngesellschaft SWR über einen langwierigen Streit um die Aufgaben der Zugbegleiter, im Englischen "Guards" genannt, ergebnislos abgebrochen wurden. Vertreter von SWR bezeichneten die Aktion als "unnötig" und sagten, dass "mehr als die Hälfte" der Wochentagszüge verkehren würden, warnten jedoch vor Warteschlangen an Bahnhöfen. Die Gewerkschaft hingegen betonte, dass der Streik "zur Verteidigung der Sicherheit der Passagiere" notwendig sei.

Die Gewerkschaft RMT hat seit langem gefordert, dass die Zugbegleiter auch weiterhin den Betrieb der Türen überwachen und andere Sicherheitsfunktionen bei der Abfertigung von Zügen ausführen müssen. Es hieß, die Vorschläge des Unternehmens würden die Zugbegleiter zu "verherrlichten Türstehern" ohne jegliche Sicherheitsverantwortung degradieren.

Zu Beginn des Streiks mm Montagmorgen kam es zu einer größeren Störung, als ein Mann mit einem Luftgewehr in einme Zug der SWR entdeckt wurde, woraufhin der Zug evakuiert werden musste. Die Passagiere beschrieben die Situation als "absolutes Chaos", als der überfüllte Zug auf dem Weg von London nach Alton in Woking evakuiert und ein 53-jähriger Mann verhaftet wurde.

Die Reisende Sophia Griffiths, die täglich vom Bahnhof Earlsfield ins Zentrum von London fährt, sagte: "Normalerweise ist es nicht schlecht, wenn sie den Bahnbetrieb bestreiken, aber heute war es einfach verrückt. "Ich habe die Warteschlange draußen gesehen und dachte 'no way' - ich habe noch nie eine so lange Schlange vor dem Bahnhof gesehen, also bin ich mit dem Bus nach Tooting gefahren und habe von dort die U-Bahn genommen. Insgesamt habe ich wahrscheinlich 30 Minuten länger gebraucht, um zur Arbeit zu kommen, und ich glaube, dabei hatte ich noch großes Glück." Sie sagte dazu, sie unterstütze normalerweise die streikenden Bahnmitarbeiter, doch diesmal sei es "verrückt, dass sie (die SWR) diesen Streik zulassen würden".

Steve Hedley, stellvertretender Generalsekretär der Gewerkschaft RMT, sagte, die Mitglieder seien nach den abgebrochenen Gesprächen absolut wütend auf die Bahngesellschaft SWR. "Natürlich wollen unsere Mitglieder bis Weihnachten keinen Monatslohn verlieren, aber sie sind bereit, dies zu tun, um zu zeigen, dass Sicherheit und Service für behinderte Menschen nicht verhandelbar sind." Die SWR entgegnete, man habe "auch zukünftig für jedem Zug einen Zugbegleiter und eine sicherheitsrelevante Rolle für diese Mitarbeiter" angeboten.

SWR-Geschäftsführer Andy Mellors betonte, die Aktion sei "unnötig" und das Problem müsse unbedingt geklärt werden, bevor im nächsten Jahr eine neue Flotte moderner S-Bahnen in Betrieb gehen. "Unsere Einschätzung ist, dass das Öffnen und Schließen der Türen durch die Fahrer die Betriebsleistung optimieren wird, und somit mehr Züge pünktlich nach London Waterloo fahren können. Wir haben sehr deutlich gemacht, dass wir uns verpflichtet fühlen, unsere Züge zu sichern, und die Zugbegleiter werden auch weiterhin sicherheitsrelevante Aufgaben haben. Unsere Vorschläge werden den Mitarbeitern mehr Kundenkontakt verschaffen und die Sicherheit und Zugänglichkeit der Züge verbessern."

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen BBC, National Rail, RMT

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