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Freitag, 13 Dezember 2019 12:15

Österreich: Erneuerungs- und Instandhaltungsarbeiten auf der Semmering-Bergstrecke abgeschlossen

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Fotos ÖBB / Daniel Gödl, ÖBB / Robert Deopito.

Die denkmalgeschützte Semmeringstrecke zwischen Payerbach-Reichenau und Mürzzuschlag stellt eine der intensivst genutzten Bahnstrecken im Netz der ÖBB dar – ist sie doch ein Nadelöhr auf der Nord-Süd-Verbindung im Osten Österreichs und auf europäischer Ebene. Umfangreiche Erneuerungs- und Instandhaltungsarbeiten auf der Semmering-Bergstrecke wurden nun mit Investitionen von 37,6 Millionen Euro abgeschlossen, darunter drei Viadukte generalsaniert.

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Foto ÖBB / Marco Gaber.

Bis November arbeiteten die ExpertInnen der ÖBB mit Hochdruck an folgenden Aufgaben:

• Gamperl- Wagner und Rumplergrabenviadukt: Einbau einer lastverteilenden Platte unter Gleis 2, anschließender Lückenschluss zw. Platte Gleis 1 (errichtet 2018) und Platte Gleis 2 und Gesamt-Revitalisierung der Viadukte
• Abtrag und Wiederaufbringen der Brüstungsmauern am Gamperl- und Wagnergrabenviadukt
• Alter Semmeringtunnel: Sanierung Sohlkanal und Einbau Stromschiene
• Neubau Weichenverbindung im Bereich Unterwerk Semmering
• Gleisneulagen im Streckenabschnitt Payerbach – Breitenstein
• Erneuerung der Bahnsteige im Bf. Eichberg
• Sanierung von Durchlässen im Streckenabschnitt Eichberg – Breitenstein
• Errichtung einer Gleisdrainage im Bf. Breitenstein
• Präzisionsarbeit bei Viaduktsanierungen

Die größte Herausforderung stellte die Sanierung der Viadukte dar. Die Arbeit glich einem Puzzle-Spiel. Brüstungsmauersteine von Viadukten wurden vermessen, numeriert, abgetragen, per Zug in ein Steinmetzwerk zur Sanierung transportiert und auch per Zug wieder retourniert. Die Reihenfolge, in der die Steine behandelt wurden, musste genau eingehalten werden, um die historische Bausubstanz in der ursprünglichen Form zu bewahren. Außerdem mussten alle Steine erhalten bleiben, da die Steinbrüche aus denen das Material stammt, längst geschlossen sind und somit kein Ersatz mehr verfügbar wäre.

Nach Abtrag der Brüstungsmauern auf einer Gleisseite wurde eine lastverteilende Stahlbeton-Tragwerksplatte im Viadukt eingebaut. Darunter liegt eine elastische Lagerdämmplatte – die beiden Komponenten bilden gemeinsam ein Masse-Feder-System, das den Druck, den ein drüberfahrender Zug ausübt, besser auf den gesamten Untergrund verteilt. Zudem wurde eine neue Tragwerksentwässerung hergestellt, damit es zu keinen Frostschäden kommt. Die Wässer müssen gesammelt und abgeleitet werden, damit diese nicht mehr in die Viadukte eindringen können und somit keine weiteren Schäden anrichten. Über die gesamte Tragwerksbreite wurde die Ankerung erneuert. Dazu bohrte ein rund neun Meter langer Bohrer ein Loch, in dem der Anker gesetzt und dann mit Zement verpresst wurde. Der Anker hat die Funktion, das Viadukt zusammenzuhalten. Schließlich muss so ein Steinmauerwerk auch das enorme Gewicht der Güterzüge tragen.

2018 wurden diese Arbeiten auf einer Gleisseite durchgeführt, bis Mitte 2019 auf der zweiten. Danach wurde die Mittelfuge zwischen den beiden Tragwerksplatten geschlossen. Dafür war im Mai 2019 eine elftägige Totalsperre der Semmering-Bergstrecke erforderlich.

Zahlen zum Staunen

• Wagnergraben-Viadukt: Brüstungsmauern zerlegt in 740 Steine (370 pro Gleisseite)
• Gamperlgraben-Viadukt: Brüstungsmauern zerlegt in 724 Steine (362 pro Gleisseite)
• Am Rumplergraben-Viadukt gibt es keine Brüstungsmauern, das ist das kleinste von allen
• Gewicht der Brüstungsmauersteine: zw. 1,5 und 8 Tonnen

Die Südstrecke: Vom Reisen und Befördern der Zukunft

An mehr als 100 großen und kleinen Projekten arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG derzeit entlang der Südstrecke, einem Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors. 200 Kilometer Bahnlinie werden modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut. 80 km neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Über 5.000 Menschen arbeiten daran. Nach der Fertigstellung reisen Fahrgäste umweltfreundlich und sicher mit der Bahn in weniger als zwei Stunden von Wien nach Graz, in 2 Stunden 40 Minuten von Wien nach Klagenfurt, von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten. Sie passieren, auf insgesamt 470 km, viele neue Bahnhöfe und durchqueren mit hohen Geschwindigkeiten zwei Berge – den Semmering und die Koralpe. Das Projekt Südstrecke umfasst: den Nordbahn-Ausbau, den Ausbau Wien-Bratislava, den neuen Wiener Hauptbahnhof, das Güterzentrum Wien Süd, den Ausbau der Pottendorfer Linie, den Bau des Semmering-Basistunnels, acht modernisierte Bahnhöfe auf dem Weg von Bruck nach Graz, den modernisierten Grazer Hauptbahnhof und 130 Kilometer neue Koralmbahn. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Personen- und Güterverkehr.

Pressemeldung ÖBB

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