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Samstag, 21 Dezember 2019 12:00

Portugal: Nach etwa 30 Jahren wieder Schmalspurdampf

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Noch immer gibt es Wunder. Was niemand mehr für möglich gehalten hätte, passierte im Dezember: Nach etwa 30 Jahren fuhr wieder ein Schmalspur-Dampfzug auf der Vouga-Linie in Portugal! Am 14. und 21. Dezember zog die E 214 drei zusammen passende Wagen mit den Baujahren 1908 (Belgien), 1913 (Porto) und 1925 (Deutschland) von Aveiro nach Sernada do Vouga und zurück. Zur Schulung des Personals fuhr der Zug bereits am 3., 4. und 5. Dezember.

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Es war ein ganz besonderes Gefühl, nach so vielen Jahren wieder eine portugiesische Schmalspurlokomotive unter Dampf zu sehen. Die Genehmigung der portugiesischen Staatsbahn CP war dem großen Engagement des Bürgermeisters von Águeda, der größten Stadt an der Bahn, und der Handelskammer dieser Stadt zu verdanken. Es ist zu hoffen, dass dieser Zug auch in Zukunft eingesetzt wird. Für Informationen: https://www.facebook.com/pg/Pelalinhadovouga/posts/.

Ab 1880 gab es in Portugal eine große Anzahl von meterspurigen Strecken, die zum Teil entlang der Flüsse nördlich des Douro verliefen. Die letzte, die Tâmega-Linie, wurde erst 1949 fertiggestellt. Ab den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden sie nach und nach geschlossen, beginnend mit der Dão-Linie südwestlich von Viseu und der Sabor-Linie (beide 1988).

Im Dezember 1907 wurde mit dem Bau der Vouga-Linie begonnen, die im September 1913 eröffnet werden konnte. Im Februar 1909 wurde auch die Zweiglinie nach Aveiro genehmigt, die im September 1911 in Betrieb genommen wurde. Die Länge zwischen Espinho und Viseu betrug ca. 140 km und zwischen Sernada do Vouga und Aveiro ca. 38 km.  

Von allen portugiesischen Schmalspurbahnen ist heutzutage nur noch die Vouga-Linie teilweise in Betrieb. Regelzüge gibt es zwischen Espinho (an der Hauptstrecke zwischen Porto und Lissabon) und Oliveira de Azeméis sowie zwischen Sernada do Vouga und Aveiro (ebenfalls auf der Nord-Süd-Linie). Der Abschnitt zwischen Sernada do Vouga und Oliveira de Azeméis ist zwar befahrbar, aber es fahren da nur noch sporadisch Züge. Die Strecke von Sernada do Vouga nach Viseu wurde am 1. Januar 1990 geschlossen. Am 25. August 1972 fuhr der letzte Dampfzug auf der Vouga-Linie, vor allem wegen der vielen Waldbrände, die oft von Dampflokomotiven ausgelöst wurden.

Die (1'B)C-Mallet-Lokomotive E 214 wurde 1923 von der Henschel & Sohn GmbH, Cassel, mit der Fabriknummer 19877 gebaut. Die Maschine gehörte zur Baureihe E 200, die aus 16 Exemplaren bestand. Diese Vier-Zylinder-Verbundlokomotiven mit Heusinger-Steuerung wurden alle von Henschel an die Caminhos de Ferro Estado Minho e Douro (MD) (Divisionen Minho und Douro der Staatsbahnen) im Rahmen der Entschädigungen nach dem Ersten Weltkrieg geliefert. Das hintere Triebwerk der Mallets wurde von Hochdruckzylindern und das vordere von Niederdruckzylindern angetrieben. Die Loks fuhren hauptsächlich auf der Sabor-Linie Duas Igrejas - Pocinho, der Corgo-Linie Régua - Vila Real - Chaves und der Tâmega-Linie Amarante - Arco de Baúlhe, wobei zwei von ihnen dauerhaft an die Vouga-Linie ausgeliehen wurden. Ursprünglich erhielten sie die Nummern MD 451 - 454 (gebaut 1911), MD 455 - 456 (gebaut 1913) und MD 457 - 466 (gebaut 1923). Im Rahmen der CP wurden sie in E 201 - E 216 umnummeriert. Als letzte der Baureihe wurde die E 214 auf der Sabor-Linie 1988 außer Dienst gestellt. Danach stand die Lokomotive jahrelang in Régua, bis sie 1997 in Guifões restauriert wurde. In den Jahren 2017/2018 wurde sie von der Firma EMEF in Porto-Contumil wieder betriebsfähig aufgearbeitet.

Die E 209 fuhr einige Jahre mit einem Giesl-Ejektor. Der Giesl-Ejektor fand zuvor bei der E 216 Verwendung und kam in Rahmen eines Kesseltauschs zur E 209. Die E 211 wurde an die Chemin de Fer de Provence in Südfrankreich verkauft.

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