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Montag, 30 Dezember 2019 07:05

Großbritannien: Regierung will Northern-Franchise renationalisieren

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Fotos zum Thema Northern: Rüdiger Lüders.

Die britische Regierung bereitet sich darauf vor, Northern Rail als Vorspiel zur Renationalisierung in zwei Teile zu spalten. Das Franchise Northern wird von Arriva UK, einer Tocher der DB betrieben, könnte aber aufgrund vielfacher Stornierungen und Verspätungen in zwei Netze Nordwest und Nordost aufgeteilt werden.

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Die Trennung könnte bedeuten, dass der Betreiber bis zum 31. März in öffentlichen Besitz überführt wird, zitiert The Daily Telegraph Kreise aus der Regierung und der Bahnbetreiber.

Die Vorschläge würden eine radikale Neuorganisation eine der größten Bahnkonzessionen markieren, die 16.000 Züge pro Woche umfasst. Eine Spaltung und Renationalisierung wäre ein starkes Signal, dass die Regierung sich dem Norden Englands verpflichtet fühlt, ein Versprechen, das während des Wahlkampfes der Konservativen gegeben wurde.

Renationalisierung bedeutet, dass das Verkehrsministerium für das riesige Netz von Bahnhöfen verantwortlich wäre, mit allen damit verbundenen Risiken.

Arriva wurde bereits beauftragt, Pläne zu erstellen, wie es den Service im Norden verbessern kann. Die Zahlen des Amtes für Schiene und Straße ORR zeigen, dass nur 57 Prozent der Züge pünktlich verkehren und damit unter dem nationalen Durchschnitt von 65 Prozent liegen. Im Oktober sagte der Verkehrssekretär Grant Shapps, dass die ersten Schritte unternommen wurden, um das Northern Francise wieder in öffentliche Hand zu bringen.

Die Bahngesellschaft bedient einen großen Teil Englands und verbindet dabei den Großraum Manchester/Leeds mit York, Newcastle, Scarborough, Sheffield, Nottingham, Chester, Liverpool, Blackpool und Carlisle. Verärgerte Pendler mussten Streiks und Verspätungen hinnehmen. Die stümperhafte Einführung eines neuen Fahrplans im Sommer letzten Jahres führte zu Chaos, Ausfällen und langen Wartezeiten auf dem Bahnsteig. Im Mai forderten die Bürgermeister von Manchester und Liverpool, dass Arriva sein Franchise entzogen wird.

Die Renationalisierung von Northern wäre das zweite Franchise, welches von einem kommerziellen Betreiber in die Hände des Verkehrsministeriums zurückgeht. In den Jahren 2009 und 2018 war bereits das East Coast Franchise (zweimal innerhalb von nur 10 Jahren) in staatliche Verwaltung zurückgegeben worden, nachdem die Betreiber National Express (2009) und Virgin Trains (2018) jeweils ihre finanziellen Verpflichtungen aus dem jeweiligen Verkehrsvertrag nicht mehr erfüllen konnten.

WKZ, Rüdiger Lüders, Quelle The Times

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