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Dienstag, 07 Januar 2020 07:10

Frankreich: Rentenstreik hat die SNCF schon 600 Mio. EUR gekostet

Der Streik gegen die Rentenreform, der den Bahnverkehr seit dem 5. Dezember stark stört, hat der SNCF bereits mehr als 600 Mio. EUR an Einnahmen gekostet, sagte ihr Chef Jean-Pierre Farandou in seinem Grußwort an die Eisenbahner am Montag.

"Wir haben fast 600 Millionen Euro verloren, wobei die Entschädigungen für die täglichen Fahrgäste und Spediteure, die die Bahn verlassen und auf die Straße zurückkehren werden, nicht eingerechnet sind", sagte Herr Farandou in einer internen Videoübertragung.

So hatte beispielsweise der episodische Streik gegen die Bahnreform vom 3. April bis zum 28. Juni 2018 (alle 5 Tage 2 Tage Streik) rund 890 Mio. EUR Umsatzausfall gekostet und die operative Marge um 790 Millionen Euro reduziert. Der Umsatz des Bahnkonzerns sank dadurch im Jahr 2018 um 0,1 % auf 33,3 Mrd. Euro, während er ohne den Arbeitskampf nach Berechnungen der Geschäftsführung um 3,9 % gestiegen wäre.

"Die Konten 2019 werden stark betroffen sein", warnte Farandou in einem Interview mit Le Monde am 24. Dezember, "zumal wir noch nicht am Ende der wirtschaftlichen Konsequenzen angelangt sind."

"Ich hoffe, dass der Streik, der am 5. Dezember letzten Jahres, also vor mehr als einem Monat, begann, zu Ende geht. Dieser Streik stört ernsthaft das Leben der Franzosen, beeinträchtigt die Wirtschaft unseres Landes und schadet unserem Geschäft", bedauerte er am Montag.

"Ich respektiere ihre Position", bemerkte er zu den streikenden Eisenbahnern, nachdem er sich bei denen bedankt hatte, die arbeiten. "Ich möchte jedoch, dass sie sich der Fortschritte bewusst sind, die beim Übergang von der Sonderregelung ("Status der Eisenbahner") zum neuen System erzielt wurden", sagte er.

"Ich erinnere daran, dass 58 % der mit dem Status versehenen Eisenbahner, darunter drei von vier Triebfahrzeugführern, nicht betroffen sind. Und ich möchte darauf hinweisen, dass für die betroffenen Eisenbahner der Übergang sehr schrittweise erfolgen wird und die Methoden zur Berechnung ihrer Renten ein Ergebnis liefern werden, das dem derzeitigen System sehr nahe kommt."

Am 06.01.2020 betrug die Streikrate nach Angaben der SNCF noch 6,3 %. Im Streik befanden sich aber 36,5% der Lokführer, 19,1% der Schaffner und 10,7% der Stellwerker.

WKZ, Quelle Courrier Picard, SNCF

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