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Freitag, 10 Januar 2020 09:24

Litauen: Spanisches Konsortium elektrifiziert Vilnius - Klaipeda

Der spanische Infrastruktur-, Energie- und Telekommunikationskonzern Elecnor hat am 20.12.2019 den Zuschlag für das Elektrifizierungsprojekt Vilnius - Klaipeda im Wert von über 350 Mio. EUR erhalten, eines der strategischen Projekte der Litauischen Staatsbahn (LG) für die kommenden Jahre. Elecnor hat diesen Auftrag im Rahmen eines Konsortiums gewonnen, das zu 50% mit Abengoa gebildet wurde. Die Planung und der Bau des Projekts ist auf vier Jahre angelegt.

Konkret wird das beauftragte Konsortium für die Elektrifizierung von über 730 km Eisenbahnlinien im Abschnitt der Umgehungsstrecke von Vilnius (34 km) und von Kaišiadorys nach Klaipėda (320 km), die das Land von Osten nach Westen durchquert, verantwortlich sein. Der Abschnitt Vilnius - Kaišiadorys ist schon elektrifiziert.

Das Projekt umfasst auch den Bau von acht neuen Traktionsunterwerken, die Anpassung von zwei bestehenden Unterwerken, den Anschluss aller Unterwerke an das nationale Stromnetz durch 110-kV-Leitungen sowie die Anpassung und Erweiterung des Signal-, Kommunikations- und Leitnetzes entlang der gesamten Strecke.

Dieses Projekt vervollständigt die Elektrifizierung des Korridors IX-B, der den Transport von Elektrozügen von der Grenze zu Weißrussland bis zum Hafen von Klaipeda ermöglicht. Dies ist eine der Hauptachsen für den Warenverkehr in den baltischen Ländern und ein strategisches Schlüsselziel für die Entwicklung des Eisenbahnsektors in Litauen. LG schätzt, dass bis zum Ende des Projekts mehr als drei Viertel der gesamten Fracht und zwei Drittel der Passagiere des Landes auf dieser Strecke verkehren werden.

Nach Angaben des litauischen Verkehrsministeriums wird sich der sozioökonomische Nutzen aus der Verringerung der Umweltverschmutzung ergeben. Darüber hinaus werden die im Vergleich zu den derzeitigen Diesellokomotiven geringeren Energiekosten und die Instandhaltung des rollenden Materials einen Nutzen von rund 505 Mio. EUR für den Verkehrssektor bringen.

Das Projekt wird aus dem Kohäsionsfonds der Europäischen Union sowie aus eigenen, vom litauischen Verkehrsministerium genehmigten Mitteln finanziert.

WKZ, Michael Laudahn, Quelle Elecnor

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Letzte Änderung am Freitag, 10 Januar 2020 09:25

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