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Freitag, 10 Januar 2020 10:39

Österreich: Gesprächsthema "1-2-3-Österreich-Ticket"

Nachdem in Wien mit der Jahreskarte für 1 Euro pro Tag schon ein preiswertes Angebot im Nahverkehr geschaffen wurde, ist im neuen Regierungsprogramm von der Einführung eines "1-2-3-Österreich-Tickets" (1 Euro/Tag für ein Bundesland, 2 Euro/Tag für eines und ein Nachbarbundesland, 3 Euro/Tag für das gesamte Bundesgebiet) die Rede, um die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn zu erhöhen.

In den österreichischen Medien laufen derzeit die Diskussionen um die Frage, wie dieser Preis subventioniert werden kann, heiss. "Wunderwaffe oder Schnellschuss?" fragt der Standard und spricht von einer "budgetären Herausforderung". Denn die Umsetzung eines Jahrestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich um 365 Euro pro Bundesland und 730 Euro für zwei Bundesländer (die neue Österreichcard käme nach diesem Schlüssel auf 1.095 Euro, also drei Euro pro Tag) könnte für den Bund finanziell zu einem Fass ohne Boden werden.

Das Ticket nützt vor allem Pendlern, schreibt Vienna.at: Auf der Strecke Wien-St. Pölten kostete die Jahreskarte inklusive Öffinutzung bisher 1.663 Euro, mit dem 1-2-3 Öffi-Ticket sind es 930 Euro weniger. Noch mehr sparen jene, die noch weiter pendeln. Teurer wird es hingegen für jene, die nur knapp nach Wiens Stadtgrenze wohnen. Sie zahlen bisher Pendler aus Purkersdorf 620 Euro für die Jahreskarte, das neue Ticket wäre 110 Euro teurer. Ob es für sie eine Sonderregelung geben wird, ist eine politische Entscheidung.

Umzusetzen wären die Tickets von den sieben Verkehrsverbünden. Thomas Born vom Verkehrsverbund Ost-Region geht davon aus, dass die Passagierzahlen nach oben steigen. Kostendeckend ist das Ticket aber nicht, der Staat muss wohl den Differenzbetrag draufzahlen. Zudem müssten die Verbindungen weiter ausgebaut werden, um den Andrang bewältigen zu können. Aber "zusätzliche Trassen sind heute schon Mangelware", wirft Wolfgang Schroll, VOR-Geschäftsführer, ein. Er sieht die Einführung des Tickets als solches innerhalb von einem Jahr als realistisch, wenn man sich über die Finanzierungsmaßnahmen einigt. Um das Angebot durch Infrastrukturmaßnahmen auszuweiten, werde ein Jahr zu kurz gefasst sein.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass derzeit weder der Zeitpunkt noch die Finanzierung für dieses Projekt feststehen.

WKZ, Quelle Standard, Vienna.at, ORF

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