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Mittwoch, 15 Januar 2020 07:10

Schweden: ERTMS zwei Jahre später

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Fotos Trafikverket.

Nach einem Dialog mit der Industrie wird der Zeitplan für die Einführung des neuen ERTMS-Signalsystems um zwei Jahre verlängert. Die Kosten für die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket bleiben unverändert.

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Die Einführung von ERTMS erfordert Milliardeninvestitionen für Infrastrukturbetreiber und Verkehrsunternehmen. Nach einer gemeinsamen Bewertung und um den Parteien zu ermöglichen, Fahrzeuge auslaufen zu lassen, neue Fahrzeuge zu kaufen und bestehende Fahrzeuge umzurüsten, hat Trafikverket den Fahrplan zur Einführung von ERTMS in Südschweden angepasst.

"Wir stehen in ständigem Dialog mit den Interessengruppen der Bahnindustrie und kümmern uns um deren Beiträge zu unserer Arbeit. Wir müssen uns auch auf andere laufende Infrastrukturprojekte im schwedischen Verkehrsamt beziehen", sagt Patrik Assarsjö, der bei Trafikverket für die Modernisierung der Eisenbahn in Schweden verantwortlich ist. "Wir schaffen einen zusätzlichen Puffer für die Umsetzung."

Die Änderung betrifft das Streckensystem Stockholm - Hallsberg über Katrineholm und von Mjölby hinunter nach Malmö und weiter nach Dänemark sowie die Strecke von Trelleborg über Helsingborg und Göteborg bis zur norwegischen Grenze bei Kornsjö. Die Entscheidung bedeutet, dass der Beginn der Arbeiten im Jahr 2023 gleich bleibt, das Ende aber um zwei Jahre auf das Jahr 2029 verlängert wird.

Die Wünsche der Bahnunternehmen und Verkehrsmanager wurden berücksichtigt, so dass der Betrieb alter Züge auslaufen, neue gekauft und die Umrüstung der vorhandenen Fahrzeuge erleichtert werden können. Einige große Bahnhöfe, wie Nässjö und Alvesta, werden vom Regionalverkehr durchquert, der nicht auf den großen Durchgangsstrecken fährt. Ein späterer Start dort bedeutet, dass diese Züge nicht vorher umgebaut werden müssen. Das Gebiet um Malmö und die Öresundbrücke wird angepasst, da die Dänen die Zeit für die ERTMS-Einführung auf der anderen Seite der Meerenge vorverlegt haben, was die Verkehrssituation dorthin erschwert.

An den von der ERTMS-Einführung betroffenen Bahnhöfen werden viele neue Infrastrukturprojekte gestartet oder sind bereits im Gange. Eine immer komplexere Zusammenarbeit um größere Bahnhöfe herum bedeutet, dass die Einführung dort und an anderen kritischen Knotenpunkten noch einige Jahre dauert. So laufen beispielsweise mehrere große Projekte rund um Hallsberg. An der Ostlänken wird gearbeitet, und deshalb haben Norrköping und Linköping noch keine Termine für die ERTMS-Einführung festlegen können. Für den Raum Stockholm ist ein kohärentes Programm erforderlich, das ebenfalls vorgeschlagen werden muss.

"ERTMS ist ein großes und komplexes Projekt, das noch einige Jahre dauern wird, und wir müssen uns der Realität anpassen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der sorgfältigen Arbeit zu den Anpassungen," sagt Patrik Assarsjö. "Der neue Zeitplan bietet der Branche und uns noch bessere Voraussetzungen für einen reibungslosen Roll-out."

WKZ, Quelle Trafikverket

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Letzte Änderung am Dienstag, 14 Januar 2020 17:56

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