Schweden: Regierungsbericht schlägt Nachtzug Malmö - Köln vor

Foto Trafikverket.
Im letzten Sommer wurde die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket von der Regierung beauftragt, die Bedingungen für die staatliche Beschaffung von Nachtzugverkehren in europäische Städte zu untersuchen. Trafikverket hat am 15.01.2020 einen Teilbericht herausgegeben, der einen Nachtzug Malmö - Köln vorschlägt. Der vollständige Bericht soll im April abgeschlossen sein.
Es gibt vieles, was die Eignung des Betriebs von Nachtzugverkehren betrifft. Dazu gehören zum Beispiel eine ausreichend lange Fahrzeit, mögliche Abfahrts- und Ankunftszeiten, die Verfügbarkeit von Lokomotiven und Waggons und welche anderen Reisemöglichkeiten auf der Strecke zur Verfügung stehen. Will der Staat den Verkehr dann finanziell unterstützen, müssen die EU-Vorschriften, die den Wettbewerb im Binnenmarkt erhalten sollen, eingehalten werden.
Trafikverket schlägt Malmö - Köln vor
In einem ersten Schritt schlägt Trafikverket vor, eine Verbindung zwischen Malmö und dem mittleren oder südlichen Deutschland, vorzugsweise Köln, herzustellen. "Die Fahrzeit auf der Strecke ist angemessen und es gibt gute Möglichkeiten für weitere Verbindungen ab Köln", sagt Anna Fällbom, Leiterin des Referats Verkehrsvereinbarung und Verkehrsnetz.
"Wir sehen auch gute Möglichkeiten für den Verkehr zwischen Stockholm und Hamburg. Dort müssen wir aber zunächst die Untersuchung in Bezug auf den Wettbewerb vertiefen. Längerfristig kommen auch Frankfurt, Brüssel, Berlin und Basel in Frage. Allerdings gibt es mehrere erschwerende Faktoren bei der Abwicklung des grenzüberschreitenden Verkehrs, und alle Verbindungen müssen weiter untersucht werden."
Verkehrsaufnahme bereits 2022-2023 möglich
Der Verkehr auf der Strecke Malmö - Köln könnte frühestmöglich in zwei bis drei Jahren aufgenommen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die notwendigen Vereinbarungen mit den betreffenden Ländern getroffen werden, dass es interessierte Betreiber gibt, die Fahrzeuge bereitstellen können, und dass sich das Rechtsverfahren nicht über einen längeren Zeitraum hinzieht.
Auch die Art der Beschaffung ist für den Zeitplan wichtig: eine Direktvergabe oder ein wettbewerbliches Ausschreibungsverfahren. Bei einer Direktvergabe dürfte es etwas schneller gehen. Die Beschaffungsform stellt jedoch hohe Anforderungen an die Kontrolle, dass der Betreiber nicht überkompensiert wird. Ein Ausschreibungsverfahren stellt nicht die gleichen Anforderungen an die Kontrolle der Überkompensation, dürfte aber etwas länger dauern.
Mangel an geeigneten Fahrzeugen
Eine Schwierigkeit im Verkehrsbereich besteht darin, dass im Zugang zu geeigneten Fahrzeugen derzeit ein Mangel besteht. Aufgrund der unterschiedlichen technischen Bedingungen können schwedische Fahrzeuge nicht auf dem europäischen Kontinent eingesetzt werden.
"Natürlich kann man neue Züge bestellen, aber eine solche Lösung braucht Zeit. Kurzfristig empfehlen wir daher eine Beschaffung, die darauf basiert, dass der Betreiber die Fahrzeuge selbst bereitstellt", sagt Anna Fällbom.
Abschlussbericht im April
Die Frage, wem die Fahrzeuge gehören sollen, ist eine von mehreren Fragen, die im Abschlussbericht am 30. April 2020 vertieft werden.
Es gibt mehrere Fragen, die noch weiter untersucht werden müssen. Unter anderem müssen die Kapazität der möglichen Ziele und die Standorte, die passiert werden, weiter untersucht werden. "Außerdem werden wir so bald wie möglich einen Vorschlag machen, wie der beauftragte Verkehr durch einen kommerziellen Verkehr ersetzt werden kann", so Anna Fällbom abschließend.
Der Auftrag
Die schwedische Verkehrsbehörde wurde im Sommer 2019 von der Regierung beauftragt, die Bedingungen für die staatliche Beschaffung von Nachtzugverkehren in europäische Städte zu untersuchen. Der Auftrag sollte bis zum 15. Januar 2020 als Vorbericht und bis zum 30. April 2020 abschließend veröffentlicht werden.
Der Auftrag umfasst die Einreichung von Vorschlägen zu Verkehrsplänen, Reisezielen und einem Zeitplan für die Umsetzung sowie die Bewertung der Kosten für den Staat. Darüber hinaus sollen weitere Möglichkeiten untersucht werden, um die Etablierung von Nachtzugverkehren im Ausland zu unterstützen, und Vorschläge zu unterbreiten, wie beschaffter Verkehr möglichst schnell durch kommerziellen Verkehr ersetzt werden kann.
Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Trafikverket




