english

Freitag, 24 Januar 2020 07:05

Großbritannien: Bahnbetreiber beklagen zunehmenden Missbrauch der Notbremse

 180 IC STP SHF a Kettering 19 09 03 558 a York 19 09 12
Fotos Rüdiger Lüders.

Der Verband der britischen Bahngesellschaften "Rail Delivery Group" hat jetzt beklagt, dass zunehmend grössere Verspätungen entstehen, weil Fahrgäste missbräuchlich die Notbremse auslösen. Allein in den ersten drei Quartalen 2019 wurden britische Züge 8500 Mal wegen Auslösung der Notbremse verspätet, um 30% öfter als noch 2017.

Die BBC zitiert Bahnbenutzer, dass überfüllte Züge und mangelnde Hilfe für Behinderte dazu führen würden, dass Alarme ausgelöst werden. Die Rail Delivery Group (RDG) entgegnete, dass die Fahrgäste die Anweisungen an Bord lesen, das Personal fragen und "gesunden Menschenverstand" anwenden sollten, bevor sie das Notsignal betätigen.

Im Jahr bis August 2019 wurden die Fahrgastkommunikation sowie die Tür- und Notfallalarme in den Zügen mehr als 8.500 Mal aktiviert, was zu Verspätungen von insgesamt mehr als 174.000 Minuten führte. Im Vergleich dazu verursachten etwas mehr als 7.000 Aktivierungen im Jahr bis August 2017 knapp 132.000 Minuten Verspätung.

Mick Cash von der Gewerkschaft RMT würde dazu sagen, dass dies zukünftig noch viel öfter geschehen wird, falls die Bahngesellschaften den Verkehr der Züge auf Einmannbetrieb umstellen. Dann wird es nämlich keinen "Guard" (Zugbegleiter) mehr geben, an den sich Fahrgäste in kritischen oder gefährlichen Situationen wenden können.

Rüdiger Lüders, WKZ, Quelle BBC.

Zurück

Nachrichten-Filter