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Sonntag, 15 Oktober 2017 15:40

Schweden: 32,5 Tonnen Achslast für den südlichen Abschnitt der Malmbanan

ljab

Foto LKAB.

Nach einer zweijährigen Testphase können Züge jetzt mit einer Achslast von 32,5 t die 210 km lange Strecke Vitåfors - Luleå befahren, dem südlichen Teil der Erzbahn (Malmbanan). Dies teilte Trafikverket in einer Pressemeldung vom 13.10.17 mit. "Es fühlt sich großartig an, dass es uns gelungen ist, die Kapazität so weit zu erhöhen", sagte Håkan Äijä, Leiter für Unterhalt Nord der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket.

Nach einer Testphase mit umfangreichen Verstärkungen entlang der Strecke kann jetzt die 21 skandinavische Meilen (210 km) lange Strecke zwischen Vitåfors (bei Gällivare) und Luleå von den schwersten Zügen Europas befahren zu werden. Das bedeutet, dass mehr Erz mit stärker beladenen Zügen transportiert werden kann, ohne die Anzahl der Züge erhöhen zu müssen. Eine Achslast von 32,5 t im Vergleich zu den vorherigen 30 t bedeutet eine Kapazitätssteigerung von rund zehn Prozent. So kann jeder Erzzug jetzt mit zusätzlich 680 t Erz beladen werden.

Der Test wurde als Kooperationsprojekt zwischen der schwedischen Verkehrsbehörde und dem Bergbauunternehmen LKAB durchgeführt. Vor und während der Testphase hat die Verkehrsverwaltung umfangreiche Kontrollen und Maßnahmen zur Verstärkung der Gleiskörper, Brücken und Durchlässe durchgeführt. Schon seit einigen Jahren beschaffte Trafikverket für die Malmbanan Schwellen für 35 t Achslast. Für das restliche Netz kommen Schwellen für 25 t zum Einsatz. Inzwischen wurde ein weiteres Projekt mit LKAB und der norwegischen Verkehrsverwaltung Bane Nor zur Erhöhung der Achslast auf dem Abschnitt Kiruna - Narvik begonnen.

LKAB zeigte sich hingegen in einer Pressemeldung Anfang September unzufrieden mit den Planungen für die Erzbahn im neuen Transportplan 2029 für Schweden. Man benötige nicht nur eine erhöhte Achslast auf der gesamten Strecke, sondern auch die Sicherheit, dass die Strecke zwischen Kiruna und Narvik künftig zweigleisig aufgerüstet wird. Die Strecke sei bereits stark frequentiert und nach 2020 werde das Verkehrsaufkommen seine volle Kapazität benötigen. "Die Strecke zwischen Kiruna und Narvik ist der wichtigste Abschnitt der Strecke. In diesem Bereich werden 75 Prozent der Produktlieferungen von LKAB befördert. Die Zurückhaltung der Transportverwaltung ist beunruhigend und absolut unhaltbar", sagte Bo Krogvig, Senior Vice President Kommunikation von LKAB und nannte deshalb die Achslasterhöhung nur einen "Mikroschritt in die richtige Richtung".

Anders Björnström, Präsident von LKAB Malmtrafik, kommentierte: "Im Verkehrsplan wird nur die Gleisverstärkung auf dem südlichen Abschnitt erwähnt, um eine höhere Achslast aufzunehmen. Der nördliche Abschnitt bleibt unerwähnt. Das ist katastrophal. Einem Projekt mit Trafikverket und BaneNor zufolge soll dort im nächsten Jahr der Probebetrieb für erhöhte Achslasten beginnen. BaneNor hat angekündigt, dass im nächsten Jahr der Probeverkehr mit erhöhter Achslast aufgenommen werden soll. Auf dem schwedischen Abschnitt sind Verstärkungsmaßnahmen erforderlich. Für Schweden und LKAB wäre es ein enormer Rückschlag, wenn sich das Projekt verzögern würde. Trafikverket scheint zwar Prioritäten gesetzt zu haben, hat aber nicht verstanden, dass wir Kapazitätserhöhungen in beide Richtungen brauchen."

Die Erhöhung der Achslast muss laut LKAB auch zu einem ersten Schritt auf dem Weg zur Doppelgleisigkeit zwischen Kiruna und Narvik führen. Dies sei der "nächste Entwicklungsschritt und nach Ausschöpfung der heutigen Verkehrskapazität absolut notwendig". LKAB plant, die Produktion pro Jahr um fünf Prozent zu steigern. Der Güterverkehr nimmt ebenso wie der Personenverkehr "dramatisch zu". Die norwegischen Ausfuhren von frischem Lachs werden weiterhin zweistellig wachsen. Dass im Verkehrsplan keine Erwähnung einer zweigleisigen Strecke gefunden wird, kann demnach für LKAB "katastrophale Folgen haben".

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Trafikverket, LKAB

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Letzte Änderung am Sonntag, 15 Oktober 2017 17:58

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