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Mittwoch, 29 Januar 2020 09:30

Norwegen/Spanien: Adif wird achter Partner des Energieabrechnungssystems Eress

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Gorm Frimannslund von Bane NOR und Isabel Pardo de Vera Posada von Adif. Fotos Adif, Bane NOR.

Zum 01.01.2020 trat der spanische Infrastrukturverwalter Adif als achter europäischer Partner dem European Partnership for Railway Energy Settlement Systems (Eress) bei. Die von Eress vertriebene und in Norwegen entwickelte IT-Lösung Erex rechnet den Energieverbrauch von Zügen genau ab.

Die Daten werden importiert, gesichert, zugeteilt, abgerechnet und an Infrastrukturbetreiber und Zugbetreiber verteilt, wobei nationale und internationale Anforderungen eingehalten werden. Erex führt tatsächliche Berechnungen für die Rechnungen einzelner Zugunternehmen durch, wenn diese in einem oder mehreren Ländern tätig sind.

Erex wurde von den skandinavischen Infrastrukturmanagern Jernbaneverket (jetzt BaneNor), Trafikverket und Banedanmark entwickelt, die in der Folge NE2Eress gründeten, um den Umfang des Konzepts zu erweitern und den Datenaustausch zu fördern. Inzwischen haben sich Infrabel (Belgien), Liikennevirastoits (Finnland), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und die niederländische Eisenbahn-Energiebeschaffungsgenossenschaft Vivens angeschlossen.

Eress ist eine gemeinnützige Partnerschaft mit geteilten Kosten, wobei Erex derzeit in etwa 6000 Zügen eingesetzt wird. Eress sagt, dass die Technologie, die es Infrastrukturbetreibern und Bahnunternehmen ermöglicht, den Energieverbrauch jedes einzelnen Zuges genau zu bestimmen und die Energiekosten genau abzurechnen, das Potenzial hat, den Stromverbrauch um 15 bis 30 % zu senken.

"Da Spanien das Erex-System übernimmt, sehen wir dies als einen weiteren wichtigen Meilenstein für die Standardisierung der Abrechnung von Traktionsenergie in ganz Europa. Die Eress-Organisation hat eng mit Adif zusammengearbeitet, um diesen Schritt in die Zukunft machen zu können", erklärt Eress-Direktor Dyre Martin Gulbrandsen.

"Es ist wichtig, dass wir ein System verwenden können, das bereits in anderen Ländern funktioniert. Wir können aus erfolgreichen Erfahrungen in Norwegen, Belgien, Dänemark, der Schweiz, Schweden, den Niederlanden und Finnland lernen", sagt Adif-Präsidentin Isabel Pardo de Vera Posada. "Für Adif ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir bereit sind, uns den neuen Herausforderungen zu stellen, die die Liberalisierung des Personenverkehrs mit sich bringt. Die von der Europäischen Union gesetzte Frist für die Lieferung und Abrechnung von Energie auf der Grundlage der tatsächlich von jedem Zug verbrauchten Strommenge rückt immer näher."

"Wenn alle europäischen Länder dem Beispiel Spaniens folgen, können die Züge ihren Bedarf an elektrischer Energie in Höhe des Verbrauchs von 35 Millionen europäischen Haushalten reduzieren. Die Aufnahme von Adif in Spanien in das Eress-Netz rückt die dringende Notwendigkeit der Vereinheitlichung der Traktionsenergieberechnung in ganz Europa in den Vordergrund. Sowohl Adif als auch Eress freuen sich, diesen monumentalen Schritt in die Zukunft bekannt zu geben."

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle BaneNor

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