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Montag, 16 Oktober 2017 10:00

Norwegen: Acht Bewerber für Verkehrspaket 1 Süd vorqualifiziert

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Lokaler Zug am Bahnhof Bryne.  Foto Njål Svingheim/Jernbanedirektoratet.

Die norwegische Eisenbahndirektion hat am 12.10.17 das Wettbewerbsdokument für das Verkehrspaket 1 Süd (Trafikkpakke 1 Sør) an die präqualifizierten Zuggesellschaften ausgestellt. Laut dem Norwegischen Rundfunk NRK haben sich acht Unternehmen beworben: neben NSB, Flytoget und Boreal aus Norwegen auch MTR aus Hongkong, SJ aus Schweden, Arriva aus Deutschland, Go-Ahead aus Großbritannien und Keolis aus Frankreich. Das Verkehrspaket 1 umfasst den Betrieb des Nahverkehrs auf der Jærbanen und Arendalsbanen sowie den Fernverkehr auf der Strecke Oslo - Kristiansand - Stavanger für einen Zeitraum von 7,5 bis 9,5 Jahren. Ziel ist es, im Juni 2018 einen Vertrag mit der Bahngesellschaft abzuschließen und im nächsten Jahr den Verkehr zu beginnen.

Auf der Jærbanen sollen außerdem mehr Fahrzeuge in Betrieb genommen werden, so dass es möglich ist, einzelne Leistungen mit Doppelzügen zu fahren. Auf der Jærbanen wird außerdem im Zusammenhang mit dem Wettbewerb eine Tarifkooperation mit den Kolumbus-Bussen im Verkehrsgebiet Egersund-Stavanger eingeführt, um von dort auch Fernzüge nach Oslo benutzen zu können.

"Die Erfahrung zeigt, dass der Wettbewerb gute Auswirkungen auf den Personenverkehr auf der Bahn hat. Bei der Konkurrenz um den Betrieb des Personenzugverkehrs auf der Gjøvik-Bahn im Jahr 2006 führte dies zu mehr Abfahrten und einem geringeren Bedarf an staatlichen Ausgaben für den Schienenverkehr. Wir sehen auch, dass das Eisenbahnunternehmen, das die Gjøvik-Bahn bedient, heute daran denkt, mehr Reisende anzuziehen", sagte Verkehrsminister Ketil Solvik-Olsen.

Bei der Beurteilung, welches Zugunternehmen den Wettbewerb gewinnt, liegt der Schwerpunkt auf der Qualität des Zugunternehmens. Das Qualitätselement umfasst unter anderem das Angebot für die Kunden, Kooperationsbeziehungen zu regionalen Verkehrsbehörden, optimalen Betrieb, gute Instandhaltung der Zugausrüstungen und nicht zuletzt die Maßnahmen, die das Unternehmen für die Bindung und Anwerbung von Mitarbeitern übernimmt. Die Geschäftsübertragungsregeln verlangen, dass die betroffenen Arbeitnehmer berechtigt sind, den Arbeitsplatz zu behalten.

Der Verkehr wird als sogenannter Netto-Vertrag bestritten. Dies bedeutet, dass die Bahngesellschaft alle Ticketeinnahmen selbst behält und so Anreize schafft, so viele Reisende wie möglich zu befördern. Die Bahngesellschaft kann unter anderem Rabatte wie Minipreise formulieren. Das Preisniveau für allgemeine und soziale Rabatte wird von der norwegischen Eisenbahndirektion geregelt. Der Vertrag beinhaltet auch Boni für eine erfolgreiche Inbetriebnahme und Kundenzufriedenheit. Dadurch wird sichergestellt, dass die Betreiber aktiv daran arbeiten, den Kunden während der Vertragslaufzeit das bestmögliche Angebot zu bieten.

Es ist geplant, dass der Wettbewerb für das Verkehrspaket 2 Nord im Frühjahr angekündigt wird, in Erwartung einer Vertragsunterzeichnung im Dezember 2018 und einer Inbetriebnahme im Dezember 2019. Dieses Verkehrspaket umfasst die Nordlandsbanen, Trønder- und Meråkerbanen, Rørosbanen, Raumabanen und den Fernverkehr zwischen Oslo und Trondheim.

Der Wettbewerb für das Verkehrspaket 3 wird den Personenverkehr auf der Bergensbanen und Vossebanen umfassen. Die Wettbewerbsunterlagen für dieses Verkehrspaket sollen im Dezember 2018 veröffentlicht werden, um den Verkehrsstart im Dezember 2020 zu ermöglichen.

Die norwegische Eisenbahndirektion plant, dass der Wettbewerb über die verbleibenden drei bis vier Verkehrspakete auf dem restlichen Schienennetz ab 2022 erfolgreich freigegeben wird. Dafür muss noch über ihre Berücksichtigung im Staatshaushalt entschieden werden.

WKZ, Quelle Regierung, NRK

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