english

Donnerstag, 06 Februar 2020 15:11

Italien: Weites Entsetzen über die Entgleisung eines Hochgeschwindigkeitszuges

freccecfreccee
Fotos Vigili del Fuoco.

In Italien geht die Suche nach den Ursachen des Zugunglücks von heute früh weiter, bei dem zwei Triebfahrzeugführer starben, die sich auf dem Führerstand befanden. Ihre Leichen wurden etwa 50 Meter von der Stelle gefunden, an der der Triebkopf zum Stillstand kam.

freccekfrecces

"Die Lokführer waren bereits außerhalb des Zuges, wir fanden sie am Boden, bereits tot. Der eine wurde in der Nähe des Gebäudes und der andere etwa fünfzig Meter entfernt gefunden", sagte Giuseppe Di Maria, Provinzkommandant der Feuerwehr von Lodi, im Gespräch mit Reportern.

Nach den Ergebnissen der ersten Untersuchungen entgleiste der Zug, weil sich eine Weiche in einer "falschen Position" befand und fast mit der erwarteten Höchstgeschwindigkeit von etwa 290 Stundenkilometern befahren wurde. Es waren insgesamt 28 Passagiere an Bord, zusätzlich zu den Mitarbeitern von Trenitalia. Die Staatsanwaltschaft von Lodi hat eine Untersuchung in Bezug auf eine Eisenbahnkatastrophe, mehrfachen Totschlags und mehrfacher Verletzungen eingeleitet.

Die Ermittler prüfen nun, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Unfall und Wartungsarbeiten am Vortag gibt. Der Zug ist etwas weniger als einen Kilometer von der Stelle entfernt zum Stillstand gekommen, an der er entgleist ist, und die Untersuchungen der Feuerwehr zielen darauf ab, die Strecke und den Zustand der Gleise "Zentimeter für Zentimeter" zu überprüfen, wie der Präfekt erläuterte.

Dies ist der erste Unfall in Italien auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke seit 15 Jahren. "Es tut uns sehr leid für die beiden Opfer, die beiden Lokführer. Wir empfinden mit den Familien und stellen die Ursachen fest", sagte Premierminister Giuseppe Conte.

Der Verkehr auf der Strecke wurde ausgesetzt und mehrere Züge gestrichen. Hochgeschwindigkeitszüge verkehren auf der konventionellen Strecke Mailand - Piacenza mit Verspätungen von bis zu 60 Minuten.

Es ist schrecklich", heisst es von Seite der Gewerkschaften, "dass man bei korrekter, sorgfältiger und mit Professionalität und Leidenschaft ausgeübter Arbeit sein Leben verlieren kann, und es ist umso unannehmbarer, wenn diese Ereignisse in einem System geschehen, das unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit zu den fortschrittlichsten der Welt gehört."

Die Gewerkschaften Filt-Cgil, Fit-Cisl, Uiltrasporti, Fast-Confsal, Ugl Taf und Orsa wollen angesichts der extremen Schwere des Unfalls und unter Achtung von Menschenleben morgen ab 12 Uhr einen zweistündigen Streik mit Dienst nach Vorschrift durchführen, bei dem Eisenbahner aller auf dem nationalen und lokalen Netz tätigen Unternehmen beteiligt sind.

WKZ, GK, Quelle Il Fatto Quotidiano, La Stampa, Ansa

Zurück

Letzte Änderung am Donnerstag, 06 Februar 2020 16:13

Nachrichten-Filter