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Freitag, 14 Februar 2020 09:30

Italien: Falsche Verkabelung führte zur Frecciarossa-Entgleisung - Sicherheitsalarm für Alstom-Weichenteile in Vorbereitung

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Fotos Polizia di Stato.

"Ein interner Defekt im Weichenantrieb wurde festgestellt." Dies ist die wichtigste Nachricht, die sich aus der Anhörung von Marco D'Onofrio, Direktor der Nationalen Agentur für Eisenbahnsicherheit ANSF, vor dem Ausschuss für öffentliche Arbeiten des Senats zur Entgleisung des Frecciarossa am 06.02.2020 in der Nähe von Lodi ergab.

Neben Rfi und den fünf beteiligten Wartungsarbeitern wird nun von der Staatsanwaltschaft Lodi auch gegen Michele Viale ermittelt, Geschäftsführer von Alstom Ferroviaria. Das Unternehmen soll einen Teil des ausgetauschten Weichenantriebs (attuatore), das den Unfall verursacht haben soll, hergestellt haben, an dem die Berater der Staatsanwaltschaft eine elektrische Anomalie festgestellt haben.

"Nach Feldversuchen scheint es eine Umkehrung der Verkabelung im Inneren des ausgetauschten Geräts zu geben. Dies rechtfertigt das Problem, das die Wartungstechniker bei den Kontrollen vor der Freigabe des Geräts an die Betriebszentrale festgestellt haben: Etwas funktionierte offensichtlich nicht richtig. Es ist ein erster Beweis, aber es erklärt nicht alles".

Die ANSF werde ein Sicherheitswarnverfahren durchführen, sobald die Einzelheiten des Bauteils und der Fertigungscharge untersucht sind: "Wir werden alle europäischen 'Sicherheits-Behörden über den an dem Bauteil festgestellten Fehler informieren. In der Zwischenzeit hat RFI die Montage weiterer Antriebe dieser Art ausgesetzt, bis wir verstehen, was passiert ist."

In seinem technischen Bericht und in Beantwortung der Fragen der Kommissare im Ausschuss wiederholte D'Onofrio, dass der Zug die Erlaubnis hatte, mit der Höchstgeschwindigkeit zu fahren, die in diesem Abschnitt 300 km/h beträgt, und die Weiche Nr. 5 sich in einer umgekehrten Position befand, die normalerweise nur mit 60 km/h gefahren werden darf. "Wir alle hatten anhand von Foto- und Fernsehbildern Beweise für die umgekehrte Position der Weiche: Die Frage, wie und warum sie sich in dieser Position befand, ist Gegenstand der Analyse der Ermittler". Da die Weiche auch keine Zustandsmeldung an die Zentrale geben konnte, wurde diese deaktiviert und die Fahrstraße ohne Geschwindigkeitsbeschränkung freigegeben.

Es ist auch noch nicht klar, was mit dem Rest des verunglückten Zuges ETR 400 Nr. 21 geschehen wird. Die Schäden müssen erst bewertet werden.

GK, WKZ, Quelle Agenzia Italia, StartMagazine, Ansa, La Repubblica

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Letzte Änderung am Freitag, 14 Februar 2020 12:18

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