english

Montag, 17 Februar 2020 07:10

Großbritannien: TransPennine Express (TPE) droht der kurzfristige Verlust des Verkehrsvertrages

TPE 185118 Windermere 1 17 09 06TPE 185137 TPE NCL LIV Darlington 3 19 09 06

TransPennine Express, der in Nordengland agierenden Tochtergesellschaft des britischen Verkehrskonzerns First Group, welche Ende letzten Jahres als einer der schlechtesten Anbieter von Reisezugleistungen in Großbritannien eingestuft wurde, wurden nun vier Ziele gesetzt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.

TPE Nova 3 LIV SCA York 4 19 09 06TRE 350408 Lancaster 4a 17 09 08

Der Aufgabenträger Transport for the North (TfN) forderte jetzt nachdrücklich, dass TPE seine Leistung bis nächsten Monat wieder auf das Niveau von Anfang 2019 bringen müsse, andernfalls drohe auch TPE der kurzfristige Verlust des Franchise (Verkehrsvertrages) für die von TPE bedienten Strecken in Nordengland und Schottland. TransPennine Express bietet seit 2016 Regionalexpress-Leistungen auf den Bahnstrecken zwischen Liverpool, Sheffield, Hull, Leeds, York und Scarborough, Middlesbrough, Newcastle sowie von Manchester Airport nach Edinburgh an.

TPE erklärte dazu, die Dienstleistungen bereits seit Dezember wiederhergestellt und verbessert zu haben. Der Geschäftsführer von TPE, Leo Goodwin, sagte gegenüber der BBC: "Seit Jahresbeginn haben wir eine Reihe von Änderungen vorgenommen, durch die sich unsere Leistung verbessert hat, aber wir wissen, dass noch mehr getan werden muss."

 Der konservative Parlamentsabgeordnete für Thirsk und Malton, Kevin Hollinrake, begrüßte die neuen Leistungsziele, erklärte jedoch, TPE sei in der "Bar der letzten Chance, wenn sie diese Zahlen nicht erreichen. Öffentliches Eigentum ist keine Wunderwaffe, aber ich fordere, dass dies mit einiger Zurückhaltung geschehen muss, wenn sich die Leistungen von TPE nicht verbessern."

Mick Cash, der Generalsekretär der Gewerkschaft Rail, Maritime and Transport (RMT), forderte ebenso, der Betrieb von TPE sollte - wie bereits LNER und Northern - alsbald unter öffentlicher Kontrolle gestellt werden. Er fügte hinzu: "Wir hatten gedacht, nach dem Fiasko von Northern Rail hätten die Transportchefs die schlimmen Bedrohungen erkannt, doch die letzten Warnungen verlängern nur den Todeskampf der unfähigen Betreiber."

 Steve Rotheram (Labour), der Bürgermeister der Metropol-Region Liverpool, hielt fest, TPE sei "genauso schlecht wie Northern." "Ich werde mich nicht mit einem Service zweiter Klasse zufrieden geben. Das bedeutet auch eine angemessene Investition der Regierung in die Verkehrsinfrastruktur des Nordens", fügte er hinzu.

 Ein Vertreter von Transport for the North (TfN) betonte nochmals, TransPennine Express müsse endlich "klare Fortschritte" bei der Wiederherstellung seines vollständigen Fahrplans und der "rechtzeitigen Kommunikation mit den Reisenden" vorweisen.

TfN berät die Regierung in Bezug auf die Verkehrsstrategie im Norden Englands und erklärte, die Eisenbahngesellschaft habe Schwierigkeiten gehabt, neue Züge einzuführen, die zu spät in Betrieb gingen und große Anlaufschwierigkeiten hatten. Der Bahndirektor für Strategie bei TfN, David Hoggarth, sagte dazu: "In der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres hat TPE einfach nicht das geliefert, was benötigt wurde." Er forderte nun, die neuen Züge seien willkommen, aber die Service-Level müssten wie bei ihrer Einführung versprochen beibehalten werden. Seitens TfN erwarte man, dass als erstes Ziel für TPE eine Rückkehr zum Leistungsfaktor "Public Performance Measure" (PPM) von 86% erforderlich sei, was TPE im ersten Halbjahr 2019 erreicht hatte. Dieser Faktor war bis November 2019 auf 45% gesunken.

Sollte TPE die nun gesetzten Ziele nicht erreichen, drohe der Gesellschaft der Verlust des Verkehrsvertrages, so wie es Northern Rail bereits vor einem Monat ereilt hat.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen BBC, The Northern Echo, TfN

Zurück

Nachrichten-Filter