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Mittwoch, 19 Februar 2020 07:10

Litauen/Lettland: Erster Güterzug aus Litauen über die wiederaufgebaute Strecke Mažeikiai - Reņģe nach Lettland gefahren

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Fotos Rüdiger Lüders.

Der erste Güterzug nach über 10 Jahren verließ den litauischen Bahnhof Mažeikiai am Samstagmorgen über den kürzlich wieder aufgebauten Eisenbahnabschnitt der grenzüberschreitenden Strecke nach Reņģe in Lettland. Die wieder eröffnete Strecke dient dem Transport von Leichtöl der Orlen-Raffinerie Mažeikiai nach Lettland.

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"Ich bin sehr froh, dass wir heute einen solchen Tag haben, an dem wir zusammen sind, denn das bedeutet, dass wir zur Zusammenarbeit fähig sind und vor allem anderen vertrauen können, da unsere Fähigkeit einen bestimmten Ausdruck hat. Dieser Ausdruck, dieser Wiederaufbau der Bahnstrecke hat positive Konsequenzen ", sagte der litauische Verkehrsminister Jaroslav Narkevic während einer symbolischen Feier in Mažeikiai am Samstag.

Tomas Digaitis, Sprecher des staatlichen litauischen Eisenbahnunternehmens Lietuvos Geležinkeliai (Litauische Eisenbahnen, LG), erklärte zuvor, dass 45 Waggons 2.700 Tonnen Leichtölprodukte von Orlen Lietuva an die lettische Grenze bringen würden. Lettlands Eisenbahnunternehmen Latvijas Dzelzcels (Lettische Eisenbahnen) würde dann die Fracht an der Grenze übernehmen und nach Rīga transportieren.

An der symbolischen Veranstaltung nahmen auch der lettische Verkehrsminister Talis Linkaits, der litauische Regierungskanzler Algirdas Stoncaitis, der Bürgermeister von Mažeikiai, Vidmantas Macevicius, sowie Vertreter von Orlen Lietuva, LG und Latvijas Dzelzcels (Lettische Eisenbahnen) teil.

Der vor über einem Jahrzehnt demontierte 19 km lange Eisenbahnabschnitt zwischen dem litauischen Bahnhof Mažeikiai und Reņģe in Lettland wurde bereits Ende Dezember wieder befahrbar gemacht. Der Wiederaufbau kostete 9,4 Mio. Euro und wurde von Vitras-S durchgeführt, einem Eisenbahnbau- und Reparaturunternehmen der estnischen Eisenbahndienstleistungsgruppe Skinest Rail. Orlen Lietuva, die in Mažeikiai ansässige Ölraffinerie des polnischen Ölkonzerns Orlen, kann nun einen kürzeren Weg für den Transport seiner Produkte nach Lettland nutzen. Bisher wurden sie auf dem 150 km längeren Umweg über Šiauliai und Joniškis transportiert.

Die Strecke wurde im Einklang mit der Verpflichtung der LG gegenüber der Europäischen Kommission umgebaut, die Ende 2017 eine Geldstrafe von fast 28 Mio. Euro gegen die staatliche Eisenbahngesellschaft wegen der Behinderung des Wettbewerb auf dem Schienengüterverkehrsmarkt verhängt hatte.

Die Demontage der Gleise nach Reņģe war 2008 zum Symbol für die schwierigen Beziehungen zwischen Polen, Lettland und Litauen geworden. Dies wirkte sich auch nachteilig auf die betriebliche Effizienz und Leistung der litauischen Raffinerie von PKN ORLEN aus. Die Situation hat sich erst in den letzten Jahren erheblich verbessert, als ein ein Dialog zwischen PKN ORLEN und seinen wichtigsten litauischen Partnern aufgenommen wurde. Dank eines geschäftsmäßigen und partnerschaftlichen Ansatzes konnten schließlich einige alte Meinungsverschiedenheiten beigelegt werden.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen Orlen Group, The Baltic Course, The Baltic Times

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Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Februar 2020 08:21

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