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Freitag, 28 Februar 2020 22:07

Frankreich: Konzert führt zur Schließung vom Gare de Lyon

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Foto RATP.

Der Gare de Lyon musste am Freitag (28.02.2020) kurz nach 18.00 Uhr aus Sicherheitsgründen teilweise evakuiert werden. Am Rande einer verbotenen Demonstration gegen ein Konzert des kongolesischen Sängers Fally Ipupa wurden Mülltonnen und Scooter am Rande des Bahnhofs in Brand gesetzt.

Dabei wurde dicker schwarzer Rauch freigesetzt, der im Umkreis von mehreren Kilometern zu sehen war. Der Gare de Lyon wurde darauf hin aus Sicherheitsgründen geschlossen, während der unterirdische Teil des Bahnhofs als Vorsichtsmaßnahme evakuiert wurde, sagte die französische Eisenbahngesellschaft SNCF. Die Züge der RER A, der Metro 14 und der RER D hielten nicht mehr am Bahnhof.

Die Pariser Feuerwehr hat die Feuer schnell gelöscht, erklärte die Präfektur gegen 18.30 Uhr. Sie prangerte das "skandalöse Verhalten" von Demonstranten an, die die Aktion der Rettungskräfte behinderten. Kurz nach 19 Uhr seien 23 Personen verhaftet und 54 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In der Nähe des Bahnhofs waren etwa 30 Fahrzeuge, meist Roller, vollständig verbrannt.

Das Konzert von Fally Ipupa löste "eine wachsende Mobilisierung in sozialen Netzwerken" von Gegnern des Kinshasa-Regimes im Kongo aus. Der Sänger hat 1,4 Millionen Abonnenten auf YouTube. Bereits 2017 war ein Fally-Ipupa-Konzert an einem anderen Pariser Veranstaltungsort per Präfekturerlass wegen der Gefahr einer "ernsthaften Störung der öffentlichen Ordnung" abgesagt worden. Aktivisten aus der kongolesischen Diaspora demonstrieren regelmäßig gegen Künstler, die in Frankreich oder Belgien auftreten und denen sie vorwerfen, sie stünden dem ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila und seinem Nachfolger Felix Tshisekedi nahe.

WKZ, GK, Quelle Le Monde

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