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Samstag, 29 Februar 2020 12:04

Großbritannien: Heute letzter Einsatztag für Arriva Rail North

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Archivfotos Northern Rüdiger Lüders.

Am 1. März 2020 wird der Betrieb aller Northern-Verbindungen von Arriva Rail North auf Northern Trains Limited - einer Tochtergesellschaft von DfT OLR Holdings Limited (DOHL) - übertragen. Es wird keine unmittelbaren Änderungen der Fahrpläne und Dienstleistungen geben.

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Wenn Fahrgäste am Sonntag (01.03.2020) in einen Zug des neuen Betreibers "Northern Trains Ltd" einsteigen und auf goldene, neue Verbindungen und Züge hoffen - werden sie enttäuscht sein. Auch wenn die Regierung das Franchise verstaatlicht hat, nachdem sie es dem früheren Inhaber Arriva entzogen hat, gehen die Probleme zunächst weiter, weil auch der Staat es versäumt hat, in die Infrastruktur zu investieren.

Am letzten Tag zählt Arriva noch einmal auf, was in den letzten vier Jahren getan wurde:
• 75 nagelneue Züge ausgeliefert
• 268 Züge renoviert
• 600 nagelneue Fahrkartenautomaten aufgestellt Und noch viel mehr.

Das Franchise Northern wurde 2016 an Arriva vergeben, aber die Pläne zur Verbesserung des Betriebs scheiterten an den Verzögerungen bei der Infrastruktur und an einem langjährigen Konflikt mit den Gewerkschaften, der zu weitreichenden Streiks führte. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit brachen mit der Einführung eines neuen Fahrplans zum Mai 2018 zusammen und haben sich weitgehend nicht erholt, und Anfang dieses Monats wurde eine mögliche Renationalisierung als ernsthafte Option angekündigt.

Verkehrsminister Grant Shapps sagte: "Es ist keine Überraschung, dass die Fahrgäste das Vertrauen in das Schienennetz von Northern verloren haben. Der Betrieb im Norden hat die Bedürfnisse der Fahrgäste nicht mehr erfüllt. Die Menschen im Norden verdienen etwas Besseres, ihre Gemeinden verdienen etwas Besseres, und ich bin entschlossen, dies zu erreichen. Ich habe Robin Gisby und Richard George, die den öffentlichen Betreiber leiten, gebeten, in ihren ersten 100 Tagen einen Plan auszuarbeiten, um sicherzustellen, dass wir nichts unversucht lassen, um dieses Franchise für die Fahrgäste zu verbessern. Viele der Probleme von Northern sind auf eine unzureichende Infrastruktur zurückzuführen. Auch das muss sich ändern - auch wenn es zwangsläufig länger dauern wird als einige andere Verbesserungen."

Henri Murison, Direktor von Northern Powerhouse Partnership, sagte: "Mit der Entziehung der Konzession für Northern zugunsten einer Rückkehr zum öffentlichen Eigentum unter dem Operator of Last Resort des Verkehrsministeriums befasst sich der Verkehrsminister mit den Symptomen, aber nicht unbedingt mit den Ursachen der Probleme auf unseren Eisenbahnen, die mit der Infrastruktur zusammenhängen. Die Regierung sollte dringend die notwendigen technischen Arbeiten durchführen, um den Betreibern einen effizienteren Betrieb zu ermöglichen. Andernfalls riskieren wir eine Situation, in der der Norden auf seinem Schienennetz jahrelang mit noch mehr Elend konfrontiert wird - unabhängig davon, wer die Züge betreibt. Die einzige dauerhafte Lösung besteht darin, die Aufsicht über die Ausbauprogramme und die Dienstleistungen im Norden und die Verantwortung dafür zu übernehmen. "

Die Eisenbahnergewerkschaft RMT warnte  davor, dass Northern Rail innerhalb weniger Wochen nach der bevorstehenden Veröffentlichung eines Regierungsberichts über den Betrieb der britischen Eisenbahnen wieder privatisiert werden könnte.

Die Gewerkschaft bereitet sich darauf vor, in der nächsten Woche Veranstaltungen für den Beibehalt eines dauerhaften öffentlichen Besitzes durchzuführen. Mitglieder der RMT, Politiker und Fahrgäste werden am Montag, dem 2. März, an Bahnhöfen in Nordengland anwedend sein und der Regierung eine klare Botschaft bezüglich der "Öffentlichkeit von Northern" senden.

Der Generalsekretär der RMT, Mick Cash, sagte: "Die Fahrgäste von Northern und unsere hart arbeitenden Mitglieder haben viel besseres verdient als das, was sie jahrelang unter der kaputten privatisierten Eisenbahn-Agenda der Regierung erleben mussten. Selbst jetzt, nach all den Jahren des Missmanagements, den erpresserischen Tarifen und den Zügen, die vor 30 Jahren hätten auf den Schrottplatz geschickt werden sollen, ist diese Regierung immer noch mit der völlig gebrochenen Ideologie der marktwirtschaftlichen Bahnprivatisierung verheiratet, die jahrzehntelang nichts anderes getan hat, als die Fahrgäste zu enttäuschen."

"Die Regierung muss nun die Leiche der privatisierten Eisenbahn begraben und sich zum öffentlichen Eigentum an unseren Eisenbahndiensten verpflichten."

WKZ, Rüdiger Lüders

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Letzte Änderung am Samstag, 29 Februar 2020 19:10

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