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Donnerstag, 19 Oktober 2017 07:30

Frankreich: SNCF äußert und dementiert Pläne zur Umstruktuierung des Frachtgeschäfts

Die gewählten Vertreter der Gütersparte Fret SNCF verließen am 18. Oktober 2017 empört die Sitzung des Betriebsrates, um gegen die "verworrene" Art und Weise zu protestieren, wie die SNCF Pläne zur Umstruktuierung der Gütersparte verbreitet und wieder dementiert. Zwei Tage zuvor hatte die SNCF gegenüber der Nachrichtenagentur AFP "Pläne zur Ausgliederung oder Privatisierung ihres Frachtgeschäftes bis 2018" dementiert, nachdem diese laut internen Erklärungen mehrerer Gewerkschaften im Management angekündigt wurden und bis Ende des Jahres ein "strategischer Sanierungsplan" für das Frachtgeschäft vorgelegt werden sollte.

Laut Gewerkschaftskreisen wurde die "vollständige Privatisierung des Güterverkehrs auf der Schiene" für das Jahr 2018 von einem führenden Vertreter der Gütersparte auf einer Telefonkonferenz angekündigt. Einer anderen Gewerkschaftsquelle zufolge wurden Manager über "einen strategischen Plan in den nächsten Wochen" informiert, zu dem auch "der Zusammenschluss von Fret SNCF mit VFLI", der privaten Tochtergesellschaft der SNCF im Schienengüterverkehr, gehört. Anschließend hätte der Direktor von Fret SNCF, Jean-Marc Longequeue, über eine Studie zur Rekapitalisierung von Fret SNCF berichtet, die ohne eine Umstruktuierung auskommen würde.

In einem gemeinsamen Entschließungsantrag verurteilten alle gewählten Vertreter die "Ungenauigkeiten" und "unabgestimmten Reden" der Unternehmensführung und baten darum, über den Fortschritt der Studie "informiert" zu werden. In einem Kommuniqué forderte der Betriebsrat den Staat außerdem auf, "seine Rolle als Stratege wahrzunehmen" und im ersten Quartal 2018 eine "allgemeine öffentliche Debatte" über die Zukunft des Güterverkehrs zu organisieren.

Die Gütersparte Fret SNCF, die seit 2006 mit der Konkurrenz privater Unternehmen und intern mit VFLI und Geodis im Wettbewerb steht, verzeichnete 2016 einen Nettoverlust von 314 Mio. Euro und Schulden von 4 Mrd. Euro. Intern angesprochen wird die Gefahr eines beschleunigten Stellenabbaues von bis zu 3.000 der derzeit noch vorhandenen 6.000 Stellen.

WKZ, Quelle Ville Rail Transports, Mobilicités

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