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Montag, 09 März 2020 11:28

Frankreich: RATP schließt "fast ein tolles Jahr" 2019 ab

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Fotos TRATP Group.

"Wir hatten fast ein tolles Jahr," kommentierte Catherine Guillouard, die Vorstandsvorsitzende der RATP-Gruppe am 06.03.2020 den Jahresabschluss für das Jahr 2019. Trotz der Rentenstreiks Ende des Jahres konnte die RATP-Gruppe ein starkes Wachstum sowohl in Frankreich als auch im Ausland verzeichnen: Der konsolidierte Umsatz betrug 5,704 Mrd. EUR, ein Anstieg um 2,5%. Ohne die Auswirkungen des Arbeitskampfes hätte dieser Anstieg sogar bei 5,9% gelegen.

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Das Wachstum wurde durch die kräftige Entwicklung der Tochtergesellschaften (+139 Mio. EUR, +11,5%) angetrieben, insbesondere der RATP Dev, deren Umsatz 1,3 Mrd. EUR überstieg, ein Plus von 10,4% ohne Währungseffekte, getragen von neuen Verträgen in Frankreich, den Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten. Der Anteil der Tochtergesellschaften am Konzernumsatz erreichte 22,9% (ohne den Streik-Effekt), was einem Anstieg von 1,1 Punkten im Vergleich zu 2018 entspricht.

Der Streik hat aber zu einem Rückgang der Passagierzahlen um 2% und einem Nettogewinn von nur 131 Mio. EUR geführt, gegenüber 200 Mio. EUR im Jahr 2018. "Der soziale Konflikt hat unser Wachstum nicht behindert, aber er hat die Konten schwer belastet", fasst Catherine Guillouard das Ergebnis zusammen. Das EBIT erreichte 319 Mio. EUR (-29.2%), d.h. 5,6% des Umsatzes. Das EBITDA betrug 833 Mio. EUR (-1,5%) oder 14.6% des Umsatzes. Die konsoldierte Verschuldung betrug 5,182 Mrd. EUR (-0,1%).

Die RATP schätzt, dass der Streik ihren Gewinn für 2019 um 150 Mio. EUR verringert hat, was auf zwei Hauptverlustquellen zurückzuführen ist: den Rückgang der Einnahmen aus dem Passagierverkehr (-59 Mio. EUR) und eine Rückstellung für die Vorwegnahme von Rückerstattungen an die Abonnenten für Dezember (-103 Mio. EUR). Dieser Betrag wurde an die Ile-de-France Mobilités, die für die Organisation des Verkehrs in der Region zuständig ist, gezahlt, die ihn an die Inhaber eines Navigo-Passes zurückgeben musste.

Diese Beträge berücksichtigen nicht das Übergreifen der Bewegung auf den Monat Januar, das voraussichtlich einen zusätzlichen negativen Effekt haben wird, den die RATP auf 40 bis 50 Mio. EUR schätzt. Insgesamt wird einer der größten sozialen Konflikte in der Geschichte des Pariser öffentlichen Verkehrssystems das öffentliche Unternehmen rund 200 Mio. EUR gekostet haben.

Die RATP-Gruppe wird ihre Strategie des profitablen Wachstums auf den lebhaften Märkten der nachhaltigen Mobilität und der intelligenten Stadt in Frankreich und im Ausland entschlossen fortsetzen, während sie sich aktiv an den ersten Ausschreibungen auf dem Markt für Busse und automatische U-Bahnen in der Île-de-France beteiligt und sich auf die Einführung des Wettbewerbs für Busse in ihrem historischen Monopolgebiet Paris und den inneren Vororten vorbereitet.

WKZ, Quelle RATP, Le Monde

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