Spanien: Adif setzt AVE-Bauarbeiten kurzeitig aus


Fotos Rüdiger Lüders.
Adif und Adif AV unterhalten derzeit nur die korrektiven Instandhaltungsarbeiten und die Notfallarbeiten auf den derzeit in Betrieb befindlichen Eisenbahnlinien aufrecht, die als wesentlich für die Gewährleistung des korrekten Betriebs des zugelassenen Personenzugverkehrs und des die Versorgung gewährleistenden Güterverkehrs angesehen werden.


Die übrigen Arbeiten, hauptsächlich diejenigen, die dem Bau neuer AVE-Linien entsprechen, werden vorübergehend eingestellt, da für sie das von der Regierung an diesem Sonntag (29.03.2020) verabschiedete Dekret über bezahlten Urlaub für Arbeitnehmer in "nicht wesentlichen Tätigkeiten" anwendbar ist.
Unter diese "nicht wesentlichen Tätigkeiten" fallen auch die Arbeiten an den AVE-Strecken in Galizien, Burgos, Murcia oder im Túnel de la risa zwischen Chamartín und Atocha. Spanischen Medien zufolge könne dass Dekret "alle geplanten AVE-Inbetriebnahmen verzögern".
Die eigentlich von Verkehrsminister José Luis Ábalos für das zweite Quartal dieses Jahres geplante Eröffnung des Tunnels zwischen Chamartín und Atocha wird deshalb wohl nicht zu dem genannten Termin stattfinden. Der Tunnel soll nicht nur die beiden Hauptbahnhöfe Madrids durch den AVE verbinden, sondern auch das nördliche Netz mit dem südlichen Netz des Landes. Der Tunnel ist baulich fertig gestellt und befindet sich in der Testphase. Adif hofft, dass der Tunnel in der zweiten Jahreshälfte in Betrieb genommen werden kann, sofern sich die Covid-19-Einschränkungen nicht verlängern.
Im Jahr 2020 wollte das Verkehrsministerium auch den neuen Abschnitt Zamora - Pedralba de la Pradería (Gebiet von Puebla de Sanabria) der AVE-Strecke nach Galizien fertig stellen. Natürlich wird es es auch hier kaum gelingen, den AVE zu starten. Auch der AVE Madrid - Burgos über Valladolid wird dieses Jahr wohl nicht eingeweiht. Ebenso hängt der AVE nach Murcia von der Fertigstellung von Untertunnelungsarbeiten ab, die für 2021 geplant war, aber die Ankunft des AVE in Städten wie Orihuela und Elche im Vorfeld von Murcia war eigentlich schon für 2020 vorgesehen und muss jetzt wohl überarbeitet werden.
Adif betont zwar ausschließlich den "arbeitsrechtlichen" Charakter der Maßnahmen des Dekrets und weist darauf hin, dass die vorübergehende Einstellung der Bauarbeiten in keiner Weise die Verträge mit den Auftraggebern der Arbeiten beeinträchtigt, die unverändert bleiben. Auch sei die schrittweise Wiederaufnahme der Tätigkeiten möglich, sobald die derzeitige Ausnahmesituation überwunden ist. Daher sollen die betroffenen und eingestellten Bauarbeiten innerhalb kurzer Zeit wieder aufgenommen werden können. Darüber hinaus erinnert Adif daran, dass der derzeitige Stopp der Ausnahmesituation mit dem Osterfest zusammenfällt, einer Zeit, in der die Baubranche traditionell Urlaub macht.
Ähnliche Verfahren wendet Adif auch auf Verträge an, die nicht mit dem Bauwesen zusammenhängen, sondern die als wesentlich erachtete Dienstleistungen enthalten, wie z.B. Computerdienste oder Überwachungs- und Reinigungsdienste, sowie all jene, die der Auftragnehmer aus der Ferne mittels Telearbeit ausführen kann, wie z.B. die Projektplanung.
WKZ, Quelle Europapress, La Informacion




