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Mittwoch, 01 April 2020 07:05

Niederlande: Corona-Maßnahmen im Schienennetz werden verlängert

prorail
Foto ProRail.

Der niederländische Premierminister Mark Rutte kündigte auf einer Pressekonferenz am Dienstag (31.03.2020) an, dass die nationalen Corona-Maßnahmen bis mindestens 28. April verlängert werden. Die Maßnahmen werden auch auf die Eisenbahn ausgeweitet. Der Infrastrukturverwalter ProRail hat aufgelistet, was dies für den gesamten Eisenbahnsektor bedeutet.

Passagierverkehr weiterhin nach Sonderfahrplänen

Alle Betreiber des Schienenpersonenverkehrs verlängern in Zusammenarbeit mit ProRail die bereits laufenden Sonderfahrpläne bis auf weiteres. Auf diese Weise können Menschen mit einem lebenswichtigen Beruf oder Menschen, die aus einem anderen Grund gezwungen sind zu reisen, weiterhin öffentliche Verkehrsmittel benutzen. ProRail rät Reisenden, sich gut auf die Reise vorzubereiten und den Reiseplaner kurz vor der Abreise zu überprüfen. Am Bahnhof und in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Abstand von 1,5 m einzuhalten.

Gütertransport mit Vorrang

Derzeit gibt ProRail den Güterzügen auf der Strecke Vorrang vor den Personenzügen, damit sie so schnell wie möglich ihr Ziel erreichen können. Der Schienengüterverkehr ist unerlässlich, wenn Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser u.a. weiterhin in ganz Europa beliefert werden sollen. Deshalb fahren die Güterzüge weiterhin mit Höchstgeschwindigkeit. Ein Güterzug hält etwa fünfzig bis achtzig Lastwagen von der Straße fern.

Aufgrund einiger infrastruktureller Störungen in den Rangierbahnhöfen können die Güterzüge aber nicht überall wie gewünscht fahren. Diese Störungen sollen so schnell wie möglich behoben werden.

ProRail-Betriebsleitzentrale erweitert Sonderfahrplan im System

Wenn es keine Zwischenfälle auf der Strecke gibt, fahren die Züge in den Niederlanden über ein automatisches Verkehrsleitsystem. Dazu werden auch die geänderten Fahrpläne aller Bahngesellschaften in das System eingepflegt.

An den zwölf Verkehrsleitstationen im ganzen Land und in der Betriebsleitzentrale der Bahn (Operationeel Controle Centrum Rail, OCCR) in Utrecht arbeiten die Zugführer weiterhin nach den Regeln für Öffentliche Gesundheit (Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu, RIVM). Dort überwachen sie den laufenden Zugverkehr und handeln bei Zwischenfällen manuell, um den Zugverkehr so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Die Betriebsleitzentrale Infra (Operationeel Besturingscentrum Infra, OBI) von ProRail, zu der Spezialisten gehören, die sich mit Störungen auf der Strecke und im Tunnel befassen, arbeitet in zwei getrennten Gruppen in Utrecht und Amersfoort, um das Risiko zu vermeiden, die Kontinuität der Kontrolle zu gefährden, falls  zu viele Spezialisten krank werden.

Auch die Vorfallmanager von ProRail arbeiten weiterhin nach den RIVM-Richtlinien. Sie ergreifen Maßnahmen bei Zwischenfällen auf der Strecke, wie z.B. Entgleisungen und Kollisionen, und sind für die Evakuierung von Fahrgästen in stehengebliebenen Zügen verantwortlich. Einige der Vorfallmanager sind auch Sonderermittler (buitengewoon opsporingsambtenaar, BOA), die Durchsetzungsmaßnahmen ausführen können, wie z.B. die Überprüfung der Einhaltung der Verkehrsregeln an Bahnübergängen.

Die Wartungsarbeiten an der Strecke gehen weiter

Kein Zug kann ohne Instandhaltung der Strecke fahren. Deshalb arbeiten auch die Eisenbahnunternehmen hart daran, dass Menschen mit einem wichtigen Beruf den Zug erreichen können und dass die Güterzüge weiterhin Supermärkte, Apotheken und Krankenhäuser beliefern können. Bei der Durchführung dieser Arbeit folgen die Auftragnehmer dem Protokoll "Sichere Zusammenarbeit" (Samen veilig doorwerken), das vom Ministerium für Infrastruktur und öffentliche Arbeiten und vom Ministerium für Inneres und Beziehungen des Königreichs verabschiedet wurde.

ProRail zieht derzeit eine Bilanz über die Auswirkungen der nationalen Ausdehnung der Maßnahmen auf die in der kommenden Zeit geplanten Arbeiten an den Eisenbahnen.

WKZ, Quelle ProRail

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Letzte Änderung am Dienstag, 31 März 2020 21:54

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