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Donnerstag, 16 April 2020 07:05

Niederlande: NS startet Verfahren für neue Doppelstockgeneration

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Fotos NS.

Die niederländische Staatsbahn NS hat über ihre Finanzierungsgesellschaft NS Lease B.V. am 09.04.2020 die europäischen Ausschreibung für eine neue Generation von barrierefreien Doppelstockzügen (Dubbeldekkers) gestartet (2020/S 072-173064). NS sucht einen Zug, der sowohl aus einstöckigen als auch doppelstöckigen Wagen besteht und der den Bedarf an hoher Kapazität mit guter Zugänglichkeit verbindet.

Um diese neuen Züge kaufen zu können, hat NS nun das Ausschreibungsverfahren mit einer Informationsanfrage an die Industrie gestartet, um zunächst potenzielle Lieferanten auswählen zu können. Dies ist der erste Schritt in einem Prozess, der schließlich zur Bestellung der Züge im Jahr 2022 führen könnte.

Das Passagierwachstum in den kommenden Jahren wird die Prognosen der Nationalen Markts- und Kapazitätsanalyse (NMCA) übertreffen, die von der Zentralregierung zur Bestimmung der notwendigen Infrastruktur verwendet werden. Zu diesem Zweck beabsichtigt die NS, ihre derzeitige Zugflotte weiter auszubauen.

Roel Okhuijsen, Geschäftsführer von NS Nieuw Materieel: "Wir müssen jetzt auch in die Zukunft blicken, in der immer mehr Passagiere mit dem Zug reisen. Ältere Züge, wie zum Beispiel der Doppelstockzug Typ DDZ (Foto oben), nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. Unter dem Einfluss der Korona-Maßnahmen haben wir derzeit deutlich weniger Passagiere, aber wir sind langfristig auf Wachstum vorbereitet. Da der Kauf eines neuen Zuges ein Prozess von etwa 7 Jahren ist, hat NS beschlossen, das Ausschreibungsverfahren jetzt zu starten. Erst nach Abschluss dieser ersten Phase wird, wie üblich, eine endgültige Entscheidung über die zu bestellenden Züge getroffen".

NS konzentriert sich auf einen Zug, der aus einer Kombination von einstöckigen/doppelstöckigen Wagen besteht, die für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h geeignet sind. Die Grundbestellung umfasst rund 30'000 Sitzplätze mit verschiedenen Optionen für Zusatzbestellungen sowie die Möglichkeit, ähnliche Züge für den grenzüberschreitenden Zugverkehr zu bestellen. Ziel ist es, den Vertrag mit einem Lieferanten im Jahr 2022 zu unterzeichnen. Nach den derzeitigen Erkenntnissen werden die ersten neuen Züge 2027 auf die Strecke gehen. Gemäß der Transportkonzession für das Haupteisenbahnnetz ist NS verpflichtet, für genügend rollendes Material zu sorgen, um die Konzession bis 2025 auszuführen und die Kontinuität auch nach dieser Konzessionsdauer zu gewährleisten.

Übersicht Investitionen in Beschaffung und Innovation

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In den letzten Jahren hat die NS 3,8 Mrd. EUR in den Kauf und die Erneuerung von Zügen investiert. Alstom liefert derzeit 99 extra schnelle Intercity-Züge, die ebenfalls für die Hochgeschwindigkeitsstrecke vorgesehen sind. Die ersten Züge aus diesem Auftrag werden voraussichtlich 2021 auf der Strecke eintreffen. NS hat die Möglichkeit, zusätzliche Intercity-Züge zu bestellen. Darüber hinaus baut der spanische Zughersteller CAF neue Sprinter-Züge. Die ersten 100 Sprinter aus dieser Reih 206 sind derzeit im Einsatz. Auch hier hat NS die Möglichkeit, zusätzliche Sprinter zu bestellen.

WKZ, Quelle NS

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