Griechenland: Reaktivierung Korinth - Nafplio und Tunnelführung Patras
Laut regionalen Presseberichten zeichnen sich im Osten der Peloponnes Möglichkeiten zur Reaktivierung der Meterspurstrecke Korinth - Nafplio ab, hier ist vor allem die Beseitigung/Sicherung von 70 ungesicherten Bahnübergängen auf ca. 60 km nötig, das wurde bei der Sanierung der Strecke vor zehn Jahren offensichtlich versäumt.
Im Gegenzug soll westlich von Korinth auf etwa 55 km Länge die nicht mehr genutzte, in Küstennähe gelegene Meterspurtrasse den Kommunen übergeben werden, die diese dann für die Anwohner bzw. touristisch nutzen wollen.
Im Gegensatz dazu gibt es im Raum Patras wegen der Streckenführung der Normalspurstrecke wieder großen Ärger. Die Kommune will auch auf Gremienbeschluss eine weitgehende Tunnelführung um den Küstenstreifen als Park etc. zu nutzen, allerdings auf einer Länge von bis zu 10 km, was das Vorhaben extrem teuer macht. Eine belastbare Finanzierung gibt es nicht, diese Angelegenheit beschäftigt inzwischen die siebte (!) griechische Regierung.
Offensichtlich plant der Infrastrukturminister Karamanlis jetzt in Erwartung einer u.a. durch die Coranakrise bedingten Rezession die Umsetzung eines früheren Plans mit oberirdischer Führung. Scheinbar gibt es nur wenig oder keine Kommunikation zwischen der Region und der Regierung in Athen. Die Region mit der Stadtspitze von Patras besteht auf der Untertunnelung und droht Athen mit "Aufstand".
Gleichzeitig wurde der Proastiakos-Vekehr von Patras, dem brauchbarsten öffentlchen Verkehrsmittel dort, wegen der Bauuarbeiten massiv eingeschränkt. Neben den sachlichen Gründen liegt das Problem auch in der griechischen Parteienpolitik: Die derzeitige griechische Regierung wird von den Konervativen gestellt, der Bürgermeister von Patras seit Jahren von der kommunistischen Partei, die ehemalige Athener Regierung, die mit der Umplanung anfing, stellte die linke SYRIZA ...
Prof. Dr. Johannes Schenkel




