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Dienstag, 21 April 2020 07:05

Lettland: Rail Baltica schreibt Dienstleistungen für die Elektrifizierungstechnik aus und hält erste Konsultationsrunde mit Komponentenlieferanten

RB Rail AS, das baltische Joint Venture und federführender Umsetzer des Rail-Baltica-Projekts, hat am 16.04.2020 eine Ausschreibung zur Auswahl eines Ingenieurdienstleisters für die Entwicklung, Beschaffung und Überwachung des Energieteilsystems der Rail Baltica gestartet und am 17.04.2020 eine Online-Besprechungen mit den potenziellen Lieferanten von Eisenbahninfrastrukturkomponenten durchgeführt.

Ausschreibung Ingenieurdienstleistungen für das Energieteilsystems der Rail Baltica

Die Ausschreibung der Bereitstellung der Engineering-Dienstleistungen für das Energie-Teilsystem beinhaltet eine langfristige Partnerschaft, die den Zeitraum bis zum Beginn des Zugbetriebs auf dem Rail-Baltica-Korridor umfasst.

Das Rail-Baltica-Energie-Teilsystem umfasst alle erforderlichen Komponenten, um die Traktion der Züge zu gewährleisten, wie zum Beispiel
- Hochspannungs-Einspeiseleitungen für den Anschluss der Traktions-Unterwerke an das elektrische Hochspannungsnetz;
- Traktions-Unterwerke (Anpassung der Spannung an die Traktionseigenschaften der Züge);
- Oberleitungsanlagen;
- Elektrifizierungsleitsysteme.

Der Umfang der angekündigten Ausschreibung ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase wird das Ingenieurbüro, neben vielen anderen, aufgefordert, die notwendigen technischen Studien durchzuführen, wie z.B. die fortgeschrittene Softwaresimulation des Energie-Teilsystems; die technische Architektur des Energie-Teilsystems vorzuschlagen und die technische Spezifikation für die Errichtungsverträge zu entwerfen. Während der zweiten Phase muss das Unternehmen die Durchführung der Planungs- und Bauarbeiten überwachen.

Ein wichtiges Ziel des Rail-Baltica-Projekts ist der Aufbau einer ökologisch nachhaltigen Infrastruktur. Die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien für den Antrieb von Rail Baltica ist das Schlüsselelement, das den Schienenverkehr umweltfreundlich machen und eine Alternative zum Straßen- und Luftverkehr in den baltischen Staaten bieten wird. Langfristig wird eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energien zur klimaneutralen Mobilität in Europa beitragen.

Die Frist für die Einreichung von Vorschlägen für die Ausschreibung endet am 11. Mai 2020.

Treffen mit Lieferanten von Eisenbahninfrastrukturkomponenten

Die direkte Zusammenarbeit mit der Eisenbahnzulieferindustrie folgt auf die Beschaffungsstrategie für Rail Baltica-Komponenten, die Ende 2019 in Zusammenarbeit mit TUV Sud und der Universität Graz abgeschlossen wurde. Ziel der Treffen war es unter anderem, die Produktverfügbarkeit auf dem Markt und die relevanten technischen Merkmale im Detail kennen zu lernen, die verfügbaren Kapazitäten und Vorlaufzeiten zu bewerten sowie die Erwartungen der Lieferanten an die geplante Komponentenbeschaffung zu sammeln.

Um eine optimale Komponentenverfügbarkeit für die gesamte Rail Baltica im Einklang mit einem dynamischen Projekteinsatzplan zu gewährleisten, zielt das Joint Venture darauf ab, ein System langfristiger Rahmenvereinbarungen mit Komponentenlieferanten zu etablieren, um die Komponentenverfügbarkeit für zukünftige Gleisbauunternehmen durch Abrufe sicherzustellen. Dank des großen Interesses der Lieferanten traf sich RB Rail AS mit 20 Unternehmen in der ersten Sitzungsrunde, die sich auf die folgenden vier anfänglichen Komponentenkategorien konzentriert: Schienen, Weichen, Schwellen mit Befestigungen und Schotter sowie verwandte Komponenten. Darüber hinaus weisen die Zulieferer eine breite geographische Vertretung auf, die von lokalen baltischen Unternehmen oder internationalen Herstellern mit Sitz im Baltikum bis hin zu verschiedenen Unternehmen aus Skandinavien, Deutschland, Österreich, Polen sowie weiter entfernten Standorten reicht.

Das Rail Baltica-Team wird das wertvolle Feedback aus der Industrie nutzen, um die anstehenden technischen Spezifikationen für einzelne Komponenten und Komponentengruppen weiter zu verfeinern und eine detaillierte Beschaffungsstrategie auszuarbeiten. Die ersten Ausschreibungen sollen im vierten Quartal dieses Jahres angekündigt werden, mit dem Ziel, die ersten Rahmenverträge bis Mitte 2021 zu unterzeichnen.

Eine zweite Runde der Lieferantenkonsultationen steht bevor und wird sich auf Bereiche wie z.B. Beton, einschließlich Fertigteile, Elemente, Lärmschutzwände, Zaunmaterialien, Verkabelungs-/Rohrleitungselemente und andere konzentrieren.

WKZ, Quelle Rail Baltica

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