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Mittwoch, 22 April 2020 08:00

Dänemark: Thybanen wird dritte ERTMS-Strecke

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Fotos Banedanmark.

Als dritte Eisenbahn des Landes wurde die Thybanen Thisted - Struer mit dem digitalen Signalsystem ERTMS ausgestattet, das langfristig auf allen Fernverkehrsstrecken des Landes installiert werden soll. Das Signalsystem muss dafür sorgen, dass es in Zukunft deutlich weniger Signalfehler im Zugbetrieb gibt, so dass sich die Fahrgäste auf weniger Verspätungen und die Möglichkeit von mehr Zügen auf den Schienen freuen können.

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Der dänische Infrastrukturverwalter Banedanmark hat bis kurz vor Ostern an der Einführung des Signalsystems auf der Thybanen gearbeitet und es seit Mitte Februar Schritt für Schritt in Betrieb genommen. So konnte Arriva nun beginnen, das neue Signalsystem auf der gesamten Strecke zwischen Thisted und Struer einzusetzen.

Thybanen ist die dritte Zugstrecke, auf der Banedanmark das neue Signalsystem ERTMS eingeführt hat. Bislang wird das System auf der Vendsysselbanen von Lindholm nach Frederikshavn und auf dem Abschnitt Roskilde - Køge eingesetzt. Darüber hinaus hat Banedanmark ein neues Signalsystem namens CBTC auf zwei S-Gleisen in Kopenhagen eingeführt. Die Erfahrungen auf den ersten Linien zeigen, dass die Systeme dazu führen, dass es heute weniger Verspätungen aufgrund von Signalfehlern gibt, so dass die Fahrgäste mehr Züge pünktlich bekommen. Auch Arriva, die den Zug auf der Thybanen betreibt, freut sich auf den Einsatz des neuen Systems.

"Die Fahrgäste werden weniger Verspätungen erleben, ebenso wie wir die Fahrpläne optimieren können und die Züge dichter fahren lassen können. Daher wird es sowohl für die Reisenden als auch für unsere Lokführer von großer Bedeutung sein, dass wir jetzt mit dem Betrieb des neuen digitalen Signalsystems beginnen, und wir freuen uns darauf, in Zusammenarbeit mit Banedanmark in den nächsten Jahren das neue Signalsystem auf unseren anderen Strecken in Mittel- und Westjütland einzuführen", sagt Susanne Hejer, Zugdirektorin von Arriva Arriva.

"Mit dem neuen System erhalten wir einen stabileren Zugbetrieb, wir bekommen mehr pünktliche Züge, und wir haben auch Platz für mehr Züge auf den Schienen, weil der Zugverkehr schneller ablaufen kann. In Thybanen erhalten wir auch ein noch höheres Sicherheitsniveau, weil es in der Vergangenheit keine automatische Zugsteuerung gab", sagt Søren Boysen, Direktor für Signalsysteme bei Banedanmark.

ERTMS ersetzt die alten Signalsysteme auf dem dänischen Eisenbahnnetz, die sowohl abgenutzt als auch technologisch veraltet sind, was bedeutet, dass die Triebfahrzeugführer die physischen Signale entlang der Strecke im Auge behalten müssen und zwischendurch in telefonischem Kontakt mit den Befehlsstellen stehen müssen. Das neue System ist ferngesteuert, so dass der Triebfahrzeugführer digitale Signale auf seinem Computerbildschirm im Führerstand empfängt. Dies bedeutet auch, dass der Zugbetrieb von den zentralen Verkehrszentralen von Banedanmark aus ständig mit großer Präzision überwacht werden kann. Es wird erwartet, dass 80 Prozent der Verspätungen aufgrund signalbedingter Störungen auf dem Schienennetz vermieden werden können.

WKZ, Quelle Banedanmark

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