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Montag, 04 Mai 2020 07:05

Tschechien: Alle Einheiten der ČD-Gruppe waren 2019 profitabel

railjet cd
Foto ČD.

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) erzielte die Gruppe ČD im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,3 Mrd. CZK (47 Mio. EUR). Zu diesem Ergebnis haben alle ihre Gesellschaften beigetragen. Profitabel war auch der Personenverkehr, für den das Jahr 2019 im Hinblick auf die fortschreitende Marktliberalisierung eine Herausforderung darstellte.

Personenbeförderung

"Die Tschechische Bahn hat den größten Teil ihrer Leistungen verteidigt und erbringt rund 90% des Schienenpersonenverkehrs im Land", sagt Václav Nebeský, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor von ČD, a.s., und fügt hinzu: "Im vergangenen Jahr reisten mehr als 182 Mio. Kunden (+1,6%) mit unseren Zügen. Die durchschnittliche Transportdistanz und die Zugauslastung nahmen zu. Wir verzeichneten einen Umsatzzuwachs von mehr als 10 %, insbesondere auf wichtigen Fernverkehrsstrecken und in Vorortzügen in der Umgebung großer Ballungsräume."

Die Transportleistung betrug 9,7 Mrd. Passagierkilometer (+5,5%), die durchschnittliche Transportentfernung 47,7 km (+3,9%).

Laut Patrik Horný, Mitglied des Vorstands und stellvertretenden Generaldirektor zuständig für Wirtschaft, standen den höheren Einnahmen jedoch steigende Ausgaben gegenüber, so durch höhere Preise für den Traktionsstrom. Das Segment Personenverkehr erzielte dennoch einen Gewinn von 58 Mio. CZK (2,1 Mio. EUR). Im Jahr ergab sich noch ein Verlust von 230 Mio. CZK (8,5 Mio. EUR)

Gütertransport

Letztes Jahr war das zweitwichtigste Segment des Geschäfts profitabel. Der Güterverkehr verzeichnete ein wirtschaftliches Ergebnis von 608 Mio. CZK (22 Mio. EUR), rund 55 Mio. CZK (22.5 Mio. EUR) weniger als ein Jahr zuvor. Über 65 Mio. t Güter wurden transportiert.

"Der Güterverkehr expandiert auf ausländischen Märkten, und dank dessen erwartet unsere größte Tochtergesellschaft eine allmähliche Stabilisierung der Transportleistung. Mögliche Einbußen im Inlandsverkehr aufgrund des starken Wettbewerbs sollen durch die Leistung im Ausland ausgeglichen werden", kommentiert Václav Nebeský die Situation im Güterverkehr.

Der leichte Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr wurde durch steigende Strompreise, höhere Personalkosten aufgrund steigender Reallöhne der Beschäftigten, höhere Abschreibungen und die Kosten für die Finanzierung neuer Investitionen beeinflusst.

Investitionen

Die Investitionen in die Gruppe ČD beliefen sich im vergangenen Jahr auf mehr als 8,7 Mrd. CZK (320 Mio. EUR). Im Personenverkehr standen z.B. die laufende Produktion von Wendezügen und die Modernisierung bestehender Fahrzeuge an, im Güterverkehr war es die Anschaffung von drei interoperablen Lokomotiven, fünf neuen Diesellokomotiven, Plattform- und hochwandigen Güterwagen und großvolumigen Tankwagen.

Aussicht

Die weitere Entwicklung des Geschäfts der Tschechischen Bahn in beiden Hauptsegmenten hängt weitgehend davon ab, wie das Unternehmen mit den Auswirkungen der durch die Ausbreitung von COVID-19 in diesem Jahr verursachten Krise fertig wird und ob es die geplanten Investitionen in den Fuhrpark fortsetzen kann.

"Der mehrwöchige Umsatzverlust aufgrund von Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 stellt eine negative Auswirkung auf unsere Einnahmen in der Größenordnung von Milliarden CZK dar, aber wir tun unser Bestes, dass sich dies nicht in der Reduzierung des Betriebspersonals oder der Modernisierung der Fahrzeuge niederschlägt. So werden wir beispielsweise im Personenverkehr im nächsten Jahr nach und nach Dutzende neuer Züge in Betrieb nehmen, die bereits für uns hergestellt werden. Dazu gehört zum Beispiel die Lieferung von fünfzig hochmodernen Wagen für den Fernverkehr sowie von 31 elektrischen Einheiten und 5 nicht traktionsfähigen Niederflureinheiten für den Regionalverkehr", so Václav Nebeský abschließend.

WKZ, GK, Quelle ČD

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