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Montag, 04 Mai 2020 09:00

Frankreich: SNCF hat bereits 2 Milliarden Euro verloren

Mit der Krise im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hat die SNCF einen Einnahmeverlust von mindestens 2 Mrd. EUR erlitten, sagte ihr Generaldirektor Jean-Pierre Farandou am Samstag. Im Interview mit France Inter sprach er von einem "gewaltigen Schock", der sich zu der Milliarde Euro summiert, die während des Streiks gegen die Rentenreform verloren gingen.

"Das Unternehmen hält sich gut", aber "wir werden die Investitionen reduzieren, da unsere finanzielle Lage schwieriger ist, wir werden die Betriebskosten straffen, auf das Betriebskapital und die Verbriefung bestimmter Forderungen setzen".

In diesem Zusammenhang sprach Jean-Pierre Farandou auch staatliche Hilfen an: "Der Gedanke eines Beihilfeplans für die SNCF erscheint mir nicht unvernünftig, um die Bilanz unseres Unternehmens vollständig wiederherzustellen." Er erinnerte daran, dass der Staat Hauptaktionär der SNCF sei und dass es Beihilfepläne für Air France und Renault gäbe.

Auch die Frage der Beschäftigung "liegt auf dem Tisch", warnte Jean-Pierre Farandou. "Wenn die Erholung nur langsam vorankommt und wir weniger Züge als in der Vergangenheit fahren lassen, wird es nicht anormal oder unlogisch sein, das Beschäftigungsniveau an das Aktivitätsvolumen anzupassen." Es sei aber noch zu früh, um über Zahlen zu reden. "Die Auswirkungen auf die Beschäftigung könnten sich vor allem auf das Einstellungsniveau bei der SNCF auswirken, die einer der führenden Personalvermittler in Frankreich ist."

Wie andere öffentliche Verkehrsbetriebe steht auch die SNCF vor der Herausforderung der Anwendung strenger Abstandsregeln nach dem 11. Mai, wenn die Aufhebung der Kontaktsperren (déconfinement) beginnt. Die SNCF wird versuchen, so viele Züge wie möglich im Alltag fahren zu lassen (TER, Transilien), "50 bis 60% ab dem 11. Mai, 75% Ende Mai und wir hoffen, Anfang Juni bei 100% zu sein".

Politisch braucht die Regierung den Schienenverkehr. Ein erster Impuls für die SNCF wurde vom Wirtschaftsminister initiiert. Am Mittwoch (29.04.2020) forderte Bruno Le Maire im Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung, dass Inlandsflüge ersetzt werden sollen, wenn sie durch eine Zugfahrt von weniger als 2 Stunden 30 Minuten ersetzt werden können (z.B. Paris - Nantes oder Paris - Rennes).

"Heute investiert der Staat sowohl in Air France als auch in die SNCF und lässt die Konkurrenz zu. In den kommenden Monaten sei vielleicht eine weitere Regulierung des Verkehrsmarktes denkbar", so der Eisenbahnspezialist Gilbert Dansart.

WKZ, Quelle Le Point, OuestFrance

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