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Mittwoch, 25 Oktober 2017 14:04

Schweiz: Alpen-Initiative zum Projekt "Zweite Strassenröhre am Gotthard"

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 25. Oktober 2017 das Generelle Projekt für den Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels genehmigt. Jon Pult, Präsident Alpen-Initiative: «Wir werden das Generelle Projekt genau überprüfen, sobald es öffentlich vorliegt. Die 2. Röhre darf nicht zu einer Kapazitätserweiterung auf der Strasse führen. Das hat der Bundesrat immer wieder versprochen. Die Alpen-Initiative begrüsst es, dass in Airolo mit dem Ausbruchmaterial die Landschaft aufgewertet werden kann und der Ort dank der Autobahnüberdeckung besser vor Lärm geschützt wird.»

Lucia Lauener-Zwyer, Geschäftsführerin Alpen-Initiative: «Die Alpen-Initiative verfolgt das Projekt genau, zusammen mit anderen Einsprache berechtigten Umweltverbänden. Wichtig für uns ist, dass die heutige Kapazität von maximal 1000 Fahrzeugen pro Stunde und Richtung nicht überschritten wird. Dieser Punkt muss im Projekt verbindlich verankert sein. Der Alpenschutzartikel in der Verfassung verbietet es, die Kapazitäten der Transitstrassen durch die Alpen auszubauen.»

«Gut für Mensch und Umwelt ist, dass die meisten Baustellentransporte per Bahn oder Förderband abgewickelt werden. Die Alpen-Initiative begrüsst es, dass für Airolo mit der Überdeckung der Autobahn eine gute Lösung gefunden wurde. Gut ist auch, dass mit dem restlichen Ausbruchmaterial das Reussdelta weiter renaturiert werden kann.»

Marina Carobbio Guscetti, Nationalrätin Tessin und Vorstandsmitglied Alpen-Initiative: «Das Tessin war sich im Abstimmungskampf einig, dass die 2. Strassenröhre am Gotthard nicht zu mehr Transitverkehr führen darf. Deshalb ist es wichtig, dass wie vom Bundesrat versprochene Kapazität von maximal 1000 Fahrzeugen pro Stunde und Richtung auch künftig eingehalten wird.»

«Die neue Lösung, mit dem Ausbruchmaterial die Landschaft in Airolo aufzuwerten und Bausünden rückgängig zu machen, ist begrüssenswert. Mit dieser Lösung können auch Konflikte mit anderen Gemeinden, die als Deponieorte vorgesehen waren, vermieden werden.»

Mathias Reynard, Nationalrat Wallis und Vorstandsmitglied Alpen-Initiative: «Wir haben das Generelle Projekt noch nicht gesehen. Wir werden es genau überprüfen, sobald es öffentlich vorliegt. Die 2. Röhre darf nicht zu einer Kapazitätserweiterung auf der Strasse führen. Das würde dem Alpenschutzartikel in der Verfassung widersprechen sowie Mensch und Umwelt zusätzlich belasten. Zudem hat der Bundesrat während der Abstimmung versprochen, dass die Kapazität auf dieser wichtigen Strassentransitachse nicht erhöht wird. Ob die Kostenschätzungen des Bundesrats mit zwei Milliarden Franken realistisch sind, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.»

Pressemeldung Alpen-Initiative

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Letzte Änderung am Mittwoch, 25 Oktober 2017 14:07

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