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Donnerstag, 07 Mai 2020 07:05

Frankreich: Verkehr nach Millas wird wieder aufgenommen - zwei Jahre nach dem Tod von sechs Schülern

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Bilder von der Strecke Perpignan - Villefranche 2015. Foto Rüdiger Lüders.

Der TER-Betrieb zwischen Perpignan und Ille-sur-Têt, in den Pyrénées-Orientales, wird zum 21.05.2020 wieder aufgenommen. Diese Verbindung, die durch die Gemeinde Millas führt, war nach einem Zusammenstoß zwischen einem Zug und einem Schulbus unterbrochen worden, der 2017 sechs Todesopfer forderte.

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Zweieinhalb Jahre nach der Tragödie von Millas wird die Strecke zwischen Perpignan und Ille-sur-Têt zum 21. Mai wieder eröffnet. Die Strecke, die Perpignan ursprünglich über Millas mit Villefranche-de-Conflent verband, war am Tag nach dem Zusammenstoß, der sich am 14. Dezember 2017 zwischen einem Regionalzug und einem Schulbus ereignete, unterbrochen worden. Bei dem Unfall kamen sechs Schüler ums Leben.

Zunächst, ab 11. Mai, werden die Züge leer fahren, um Probefahrten durchzuführen, heisst es bei France Bleu Roussillon. Ursprünglich sollte diese Wiederaufnahme am 06.04.2020 erfolgen, musste aber aufgrund der Gesundheitskrise verschoben werden. Ab dem 21.05.2020 werden sechs tägliche Hin- und Rückfahrten durchgeführt, ab dem 25.05.2020 dann acht.

Den Reisenden werden neue Fahrpläne angeboten, die so ausgelegt sind, dass Zubringerfahrten per Bus zu und von der Schule in Millas nicht mehr mit der Bahnlinie kreuzen können, auch wenn es zum Beispiel im Falle einer TER-Verzögerung kein Nullrisiko geben kann. Die Region hat bereits Treffen organisiert, um Fahrgäste und Einwohner von Millas über die Sicherheit der Bahnübergänge zu diskutieren und zu informieren. Weitere Treffen sind geplant.

Am 17. Oktober letzten Jahres hatte die Kammer des Untersuchungsrichters vom Landgericht in Marseille der SNCF die Genehmigung erteilt, die Arbeiten an der Strecke im Hinblick auf ihre Wiedereröffnung durchzuführen. Auf dieser Strecke, die seit mehr als zwei Jahren nicht mehr benutzt wird, wurden Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, ebenso wie Arbeiten zur Wiederherstellung des Bahnübergangs, an dem sich der Unfall ereignete.

Die Reaktion der Einwohner der Region war gemischt. Der Bürgermeister von Saint-Féliu-d'Avall, wo die sechs toten Opfer herkamen, hätte es vorgezogen, wenn der Zugverkehr erst im Juli, am Ende des Schuljahres, wieder aufgenommen worden wäre. Enric Balaguer, Präsident des Vereins "Train en Têt", sagte gegenüber France 3 Occitanie: "Ich denke, die Linie hätte schon viel früher wieder geöffnet werden können. Es ist wahrscheinlich einzigartig in Frankreich, dass es eine so lange Unterbrechung gibt. Aber ich verstehe, dass es auch notwendig war, das Trauma zu berücksichtigen, das die Familien der Opfer erlitten.

Die Fahrerin des Schulbusses wird wegen "Totschlags" angeklagt, da sie nicht wahrgenommen haben soll, dass der Bahnübergang gerade geschlossen wurde. Ob sie durch unübersichtliche Lichter in der Wahrnehmung behindert wurde, muss das Gericht entscheiden.

WKZ, Quelle BFMTV, Midi Libre, France 3

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Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Mai 2020 19:47

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