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Donnerstag, 07 Mai 2020 08:00

Frankreich: Ende der Ausgangsbeschränkungen bringt den Verkehrsbetrieben große Probleme

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Archiv-Fotos (2014/2015) Rüdiger Lüders.

Während in Frankreich - ebenso wie in vielen anderen Ländern Europas - die Bevölkerung auf ein baldiges Ende der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren hofft, befürchten die großen Transportunternehmen, hier also die RATP und die SNCF einer zu raschen Rückkehr zum Normalbetrieb nicht gewachsen zu sein. Dies gilt sowohl in Bezug auf den Service für die Reisenden wie auch in Bezug auf die weiterhin erforderlichen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.

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In einem offenen Brief an den Premierminister, Edouard Philippe, erklärten die Chefs der öffentlichen Verkehrsunternehmen, dass sie am 11. Mai wahrscheinlich die Unterstützung der Polizei anfordern müssen, um die Ordnung durchzusetzen, wenn wieder deutlich mehr Reisende Busse und Bahnen nutzen, gleichzeitig aber ein geordneter Fahrgastfluss und die Einhaltung von Mindestabständen an und in den Stationen sowie in den Fahrzeugen gewährleistet wein soll. Ihrer Meinung nach wird es nicht möglich sein, in Bussen und Bahnen einen Mindestabstand von einem Meter zwischen den Nutzern durchzusetzen, selbst bei eindeutiger Kennzeichnung und Reduzierung der Sitzplätze. Dies gilt selbst dann, wenn nur 30% bis 40% der früheren Stammkunden wieder den öffentlichen Verkehr nutzen werden.

Dazu betonten die Absender des Briefes, darunter Jean-Pierre Farandou (SNCF) und Catherine Guillouard (RATP) ihre Ansicht, dass der Bus- und Zugverkehr zunächst "10% bis 20% ihrer Kapazität" nicht überschreiten sollten. Diese Meinung wurde auch von Patrick Jeantet, dem Direktor von Keolis, und Édouard Hénaut, dem Chef von Transdev, unterstützt. Für den Fall, ohne weitere Einschränkungen zum Normalbetrieb überzugehen, befürchten sie das Risiko großer Betriebsunterbrechungen, die zu Unruhen bei den Reisenden führen würden. Dies wiederum könnte sogar zu sozialen Spannungen bei den Personalen führen.

Ohne gezielte Maßnahmen zur Begrenzung der Reisendenströme und eine Unterstützung durch zusätzliche Ordnungskräfte lehnen die Chefs der öffentlichen Verkehrsunternehmen es ab, die Verantwortung für eine möglicherweise missglückte Rückkehr zum Normalbetrieb zu übernehmen. Sie fordern stattdessen die Wiederaufnahme des vollen fahrplanmäßigen Personenverkehrs zu verschieben.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quelle Bulletin des Communes

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Letzte Änderung am Donnerstag, 07 Mai 2020 08:46

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