Bekanntlich wird seit Langem um die Lage der Neubaustrecke durch Patras zum neuen Hafen gerungen. Die Kommune besteht auf einer kompletten Untertunnelung auf ca. 8 km Länge, die Regierung will das nur auf 2 km durchführen, da die komplette Untertunnelung bei der Herstellung und auch im Betrieb viel zu teuer wäre.
Tatsächlich gibt es wohl keine belastbare Kosten- und Finanzierungsberechnung für die "große" Tunnellösung.
Bewusst oder unbewusst hat das Infrastrukturministerium die "kleine" Variante mitten in der Coronakrise (wieder) auf die Tagesordnung gebracht und sich damit den Zorn der Region zugezogen. Am 3.5. wurde von der Stadtverwaltung zur Demonstration gegen die Regierung aufgerufen, man sagt die Stadt sei für eine Bahnverbindung zum Hafen, aber nur unterirdisch. Man werde die oberirdische Verbindung u.a. aus städtebaulichen Gründen "verhindern" und spricht von "Krieg" der Regierung gegen Patras.
Schlussendlich spielt hier auch massiv die griechische Parteienpolitik eine große Rolle, die Stadtspitze von Patras und die Regierung in Athen werden von unterschiedlichen Parteien gestellt, die offensichtlich beide keinen Kompromiss wollen.
Die Zeit drängt, das die Rückforderung der gesamten Subventionen der EU für die "neue" Peloponnesbahn wegen massiver Bauzeitüberschreitung im Raum steht.
Prof. Dr. Johannes Schenkel