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Montag, 11 Mai 2020 07:05

Großbritannien: HS2 startet Ausschreibung für den Streckenbau zwischen London und Birmingham/Crewe

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Foto HS2 Ltd.

Nachdem die britische Regierung kürzlich die Genehmigung zum Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 erteilt hatte, startete die Projektgesellschaft HS2 Ltd. nun mit der Ausschreibung für den Gleisbau der 280 km langen neuen Strecke. Die ausgeschriebenen Vertragsleistungen umfassen die Detailplanung, Konstruktion und den Bau des komplexen Gleissystems zwischen London, Birmingham und Crewe, wo später die HS2-Züge auf die bestehende West Coast Main Line übergehen sollen.

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Die erfolgreichen Lieferanten werden daneben eine führende Rolle bei der Verwaltung und Koordination aller Schnittstellen zwischen dem Gleissystem und den anderen Elementen des Hochgeschwindigkeitssystems übernehmen.

David Poole, der für den Beschaffungsprozess verantwortliche kaufmännische Direktor von HS2 Ltd. erklärte dazu:
"Die Gleissysteme sind der wichtigste Teil des HS2-Projekts, denn mit ihrer High-Tech-Bauweise und Ausrüstung können unsere Züge zukünftig einen beispiellosen Service in Bezug auf Geschwindigkeit, Frequenz und Zuverlässigkeit bieten. Der Start dieses neuen Beschaffungswettbewerbs ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt und eine bedeutende Chance für die Branche und die gesamte damit verbundene Lieferkette. Auf dem Höhepunkt der Bauaktivitäten wird HS2 rund 30.000 Arbeitsplätze sichern. Verträge wie diese werden den Arbeitgebern in der gesamten Lieferkette einen großen Schub geben, der dazu beiträgt, ihre Fähigkeiten zu verbessern und Möglichkeiten für die kommenden Jahre zu schaffen."

Der Auftrag für den Gleisbau wird in vier getrennten Losen vergeben:

• Los 1 - Phase 1 (örtliche Bereiche in London und Birmingham) - Wert GBP 434 Mio. (ca. 497 Mio. EUR)
• Los 2 - Phase 1 (zentraler Bereich, genauer Verlauf noch offen) - Wert GBP 526 Mio. (ca. 603 Mio. EUR)
• Los 3 - Phase 1 (nördlicher Bereich, genauer Verlauf noch offen) - Wert GBP 566 Mio. (ca. 649 Mio. EUR)
• Los 4 - Phase 2a (Verlängerung Birmingham - Manchester/Wigan) - Wert GBP 431 Mio. (ca. 494 Mio. EUR)

Um die Kosten langfristig zu senken und die Leistung zu verbessern, soll das Gleis anstelle des im britischen Schienennetz bisher üblichen Systems mit in Schotter gelagerten Schwellen bei HS2 nun auf Betonplatten verlegt werden. Dieser als "fester Fahrweg" bekannte Ansatz wird häufig in U-Bahn-Systemen und bei bereits existierenden internationalen Hochgeschwindigkeitsstrecken verwendet und ermöglicht eine höhere Häufigkeit von Zugfahrten bei gleichzeitig geringerem Wartungsaufwand.

Die Vorauswahl der Bewerber für die Gleisbauaufträge wird bis Ende 2020 erwartet, die Auftragsvergabe dann im Jahr 2022 erfolgen.

Im Laufe dieses Jahres sollen noch sechs weitere Verträge für das HS2-Projekt abgeschlossen werden, welche die Signalisierungssysteme, die Hochspannungsversorgung, die Oberleitungsausrüstung zur Stromversorgung der Züge, die peripheren mechanischen und elektrischen Systeme, die Kommunikationssysteme sowie das Wartungsdepot und die Zentrale in Washwood Heath bei Birmingham umfassen.

Rüdiger Lüders, Quellen Global Railway Review, HS2 Ltd.

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Letzte Änderung am Montag, 11 Mai 2020 07:33

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