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Freitag, 15 Mai 2020 15:16

Grossbritannien: Eisenbahngesellschaften warnen Reisende vor zu grossem Andrang ab 18. Mai

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Fotos Rail Delivery Group, Rüdiger Lüders.

Die britischen Eisenbahngesellschaften warnen ihre Kunden vor überflüssigen Reisen ab dem kommenden Montag, 18. Mai, wenn in der nächsten Stufe der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Bahnreisen wieder eingeschränkt möglich sein werden. Diese Warnung wurde herausgegeben, nachdem man einen Anstieg der Ticketbuchungen um 25% ab dem 18. Mai festgestellt hatte.

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Fotos Rüdiger Lüders.

Deshalb fordern die Bahnunternehmen nun die Menschen auf, nur mit dem Zug zu reisen, wenn ihre Reise wirklich notwendig ist, und bitten diejenigen, die unbedingt reisen müssen, Alternativen zu nutzen oder wenigstens nicht während der Hauptverkehrszeiten morgens und abends zu fahren.

Die Eisenbahngesellschaften betonen, alles zu tun, um die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals zu gewährleisten, einschließlich der täglichen Reinigung von Bahnhöfen und Zügen und der Bereitstellung von Schutzmasken für die Mitarbeiter. Sie steuern auch den Andrang von Reisenden auf Bahnhöfen und in Zügen, unter anderem durch die Begrenzung des Ticketverkaufs, die Anbringung neuer Beschilderungen zur Abstandswahrung und die Einführung von Einbahnsystemen, wo dies erforderlich ist. Dabei sind selbstverständlich auch alle Reisenden aufgefordert, selbst Mund-Nase-Schutzmasken zu tragen und auf einen Mindestabstand zu anderen Reisenden zu achten.

Robert Nisbet, der Regionaldirektor der Rail Delivery Group (RDG) als Vertreter der Bahngesellschaften und des Infrastrukturbetriebs Network Rail, erklärte dazu:
"Um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, wird es ab kommender Woche in Zügen nur Platz für ein Zehntel der üblichen Anzahl von Reisenden geben, obwohl die Eisenbahnunternehmen ihre Dienstleistungen ab Montag schrittweise erhöhen. Wir brauchen die Mithilfe unserer Kunden, um die Züge für diejenigen frei zu halten, die sie wirklich benutzen müssen. Deshalb bitten wir alle Menschen, die unterwegs sind, Alternativen wie Radfahren oder Fusswege in Betracht zu ziehen und, falls dies nicht möglich ist, zu ruhigeren Zeiten zu reisen. Diejenigen, die unbedingt den Zug nehmen müssen, bitten wir, gut vorauszuplanen, andere Reisende zu berücksichtigen und sich sicher zu verhalten, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Das bedeutet, Tickets möglichst online und für ruhigere Tageszeiten zu kaufen, stets Abstand zu anderen Menschen zu bewahren, wo immer möglich, eine Gesichtsbedeckung zu tragen und die Hände hygienisch sauber zu halten."

Die Eisenbahngesellschaft LNER, Betreiber der Fernschnellzüge auf der Ostküstenmagistrale (East Coast Main Line) von London nach Leeds, York und Edinburgh, hat angekündigt, ab dem 18. Mai nur noch Tickets mit Sitzplatzreservierung zu verkaufen, um die Einhaltung der Abstandsvorschriften zu sichern. Die Reservierungspflicht bedeutet andererseits für Reisende mit flexiblen Tickets, z.B. Monatskarten, für den von ihnen gewählten Zug unbedingt im Voraus einen Sitzplatz zu reservieren.

Avanti West Coast, welche die Züge auf der Westküstenstrecke (West Coast Main Line) zwischen London und Liverpool, Manchester sowie nach Schottland betreibt, und fordert ihre Kunden ebenfalls auf, Sitzplätze im Voraus zu reservieren und auf Bahnreisen grundsätzlich Schutzmasken zu tragen. Reisenden kann der Zugang zu den Zügen verweigert werden, falls sie die Richtlinien nicht befolgen. Avanti West Coast gab dazu bekannt, dass ab Montag ein neuer Fahrplan eingeführt wird, der den aktualisierten Reiserichtlinien der Regierung entspricht und eine Erhöhung des Zugverkehrs auf etwa 70% des normalen Fahrplans vorsieht.

Chiltern Railways, dessen Züge von London Marylebone nach Aylesbury, Oxford, Stratford-upon-Avon, Birmingham und Kidderminster fahren, gab ebenfalls einen neuen Fahrplan bekannt, der am 18. Mai in Kraft tritt. Das Unternehmen, eine Tochtergesellschaft der DB, forderte die Reisenden außerdem auf, Tickets nach Möglichkeit im Voraus zu buchen, die Hauptverkehrszeiten zu meiden sowie auf den Bahnhöfen und in den Zügen stets Schutzmasken zu tragen.

Andere britische Bahngesellschaften, wie z.B. TransPennine Express, zuständig für den regionalen Intercityverkehr in Nordengland, weisen die Bahnreisenden darauf hin, dass weiterhin ein stark reduzierter Fahrplan gilt, der es Mitarbeitern relevanter Betriebe und Institutionen ermöglichen soll, dorthin zu gelangen, wo sie sein müssen. Die Regierung bzw. das britische Verkehrsministerium rät weiterhin, nicht notwendige Reisen zu verschieben und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu vermeiden sowie nach Möglichkeit von zu Hause aus (im "Homeoffice") zu arbeiten.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Fahrgastverbands Transport Focus ergab zudem, dass sich mehr als 60% der britischen Kunden öffentlicher Verkehrsbetriebe nicht wohl fühlen, wenn die Einhaltung von Mindestabständen in Bussen und Bahnen nicht gewährleistet sein könnte. Mehr als 50% der Fahrgäste wären auch nicht zufrieden, wenn nicht alle Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel jetzt Schutzmasken tragen würden.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Quellen BBC, Rail Delivery Group, TransPennine Express, Transport Focus

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