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Donnerstag, 26 Oktober 2017 16:49

Dänemark: Italienische Unternehmen bauen neue Storstrømsbrücke

Neue Storstroem

Die neue Brücke über den Storstrøm wird Fahrbahnen für die Eisenbahn und Autos erhalten. Züge können mit Tempo 200 die Meerenge überqueren, Güterzüge mit 120 km/h, während Autos höchstens mit 80 Stundenkilometern unterwegs sind. Grafik: Vejdirektoratet.

Wegen der Verzögerungen bei der Realisierung der festen Querung des Fehmarnbeltes hatten es die Verkehrspolitiker in Dänemark nicht mehr so eilig mit dem Projekt des Neubaus der Brücke über den Storstrøm, die die Inseln Falster und Seeland unter Einbeziehung der kleinen Insel Masnedø bei Vordingborg seit 80 Jahren miteinander verbindet. Doch trotz der Verzögerungen bei dem bereits 2013 prinzipiell beschlossenen Neubauvorhaben ist die Ausschreibung des Vorhabens unter Regie des staatlichen Straßenbaudirektorates weitergelaufen. Den Zuschlag hat das italienische Konsortium der Unternehmen Itinera, Condotte und Grandi Lavori Fincosit erhalten. Als beratendes Ingenieurunternehmen wurde die italienische Firma Ingegneria ausgewählt. Die Unternehmen haben Teilaufträge für 2,1 Milliarden Kronen erhalten.

Die neue Brücke bekommt eine Länge von vier Kilometern. Sie soll im höchsten Bereich 100 Meter hoch aufragen. War man zu Beginn der Planungen für einen Neubau, der sich als dringlich erwies, als man 2011 schwere Schäden an der alten Stahlkonstruktion der 1937 eingeweihten Brücke festgestellt hatte, von Baukosten in Höhe von 3,9 Milliarden Kronen ausgegangen, rechnet man jetzt mit 4,1 Milliarden Kronen.

Die Verträge mit dem italienischen Konsortium, das die Brückenelemente auf der kleinen Insel Masnedsø produzieren will, werden voraussichtlich vor Jahresende 2017 unterzeichnet. Der Baubeginn wird im Herbst 2018 erfolgen, so das Straßenbauamt.
Neben dem siegreichen Konsortium hatten sich drei weitere Unternehmensgruppierungen um den Auftrag beworben, unter anderem auch ein Konsortium, an dem die dänischen Unternehmen Per Aarsleff und Rambøl sowie die österreichischen Unternehmen Strabag und Züblin beteiligt waren.

Laut staatlichem Straßenbauamt kann der Autoverkehr auf der neuen Brücke 2021 aufgenommen werden. Der Bahnverkehr soll ab 2023 über das Bauwerk rollen, das seine Belastungsprobe im vollen Umfang erst bekommt, wenn nach Eröffnung des Fehmarnbelttunnels Hochgeschwindigkeits-Passagierzüge und vor allem eine große Zahl Güterzüge über das Bauwerk rollen.

Die Brücke, die nach der Öresund- und der Große Belt Brücke die drittlängste künstliche Verbindung des Landes sein wird, wird nach einem Entwurf des bekannten dänischen Architekturbüros Dissing und Weitling gebaut. Es soll wiederum ein ansprechendes Bauwerk entstehen, das wie die vorhandene Brücke ein Wahrzeichen der Region werden könnte.

Die Betonelemente für die neue Brücke sollen per Schiff an die vorgesehenen Bereiche im Storstrøm gebracht werden. Dort sind beim Bau der Fundamente umfangreiche Baggerarbeiten nötig. Mit der Fertigstellung der neuen Brücke und den bereits im Bau befindlichen Anschlussstrecken auf Seeland, Falster und Lolland wird die Fahrzeug vor allem im Zugverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen deutlich vermindert.

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