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Montag, 25 Mai 2020 09:00

Niederlande: Corona bringt NS Verlust von 4,7 Mrd. EUR über 5 Jahre

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Fotos NS.

Die Corona-Krise wird sich mindestens fünf Jahre lang negativ auf die NS auswirken. Nach den derzeitigen Erkenntnissen rechnet die NS nicht damit, die Passagierzahlen vom Spitzenjahr 2019 bis 2025 zu erreichen. Dies gab der NS-Vorstand in einer Online-Mitarbeiterversammlung für alle 20.000 NS-Beschäftigten in den Niederlanden bekannt.

Die Ankündigung lautete, dass NS in den kommenden Jahren ein kleineres Unternehmen werden soll. Insgesamt wird erwartet, dass die NS innerhalb von fünf Jahren 4,7 Mrd. EUR an Einkommen verlieren werden.

Ab dem 2. Juni wird die NS im nationalen Interesse den Zeitplan weitgehend wieder aufnehmen. Diese Krise wird dann für lange Zeit Folgen für die NS haben. Zugreisen werden vorerst nicht mehr so sein wie früher. Zunächst einmal, weil die NS aufgrund der Korona viel weniger Passagiere befördern können. Darüber hinaus wird mit einer starken Schrumpfung der Wirtschaft gerechnet. Hinzu kommt, dass die Menschen in den ersten Jahren weiterhin von zu Hause aus arbeiten und Alternativen wie das E-Bike entdecken werden. Auch international werden die Niederlande weniger reisen. Die Erwartungen von Corona sind von vielen unsicheren Faktoren umgeben.

Der Vorstand erklärte den Mitarbeitern, dass die finanzielle Situation ernst sei. Viele Bahnhofshops sind geschlossen, 80% der Fahrräder der öffentlichen Verkehrsanbieter sind geparkt und Reisende haben ihre Abonnements pausiert. Bert Groenewegen, Finanzdirektor im Vorstand: "Bis vor kurzem hatten wir täglich 1,3 Mio. Reisende, jetzt sind es 110.000. Aufgrund der Krise rechnet NS bis 2025 mit einem Umsatzverlust von rund 4,7 Mrd. EUR. In diesem Jahr hatte NS ein positives Ergebnis von 164 Mio. EUR erwartet. In den jüngsten Prognosen müssen wir von einem Verlust von mehr als 1 Mrd. EUR im Jahr 2020 ausgehen".

Erhebliche Einsparungen

NS wird mit den Arbeitnehmervertretern und den Gewerkschaften Gespräche über eine Sparaktion aufnehmen, um finanziell gesund zu bleiben. Dies ist notwendig, um die Zukunft des Unternehmens in seinen Händen zu halten. NS erwägt ein Sparpaket von 1,4 Mrd. EUR über fünf Jahre. Das ist erheblich, aber notwendig. Es müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden. Es gibt keine einfach durchzuführenden Einsparungen.

NS will sich auf die neue Situation einstellen, um 2024 wieder finanziell gesund zu sein. Bei den Maßnahmen, die die NS ergreifen wird, ist eine erschwingliche Zugfahrkarte von größter Bedeutung. Die NS will und kann die Verluste nicht durch eine Erhöhung des Fahrpreises auf den Fahrgast abwälzen. Im Gegenteil, NS will alles daran setzen, den Zug attraktiv zu halten, mit einem angenehmen und verantwortungsvollen Reiseerlebnis, wie es die Niederlande vor der Corona-Krise gewohnt waren.

Notwendige Unterstützung durch die Regierung

Gemeinsam mit den anderen Verkehrsträgern wird die finanzielle Situation des öffentlichen Verkehrs mit der Regierung diskutiert. NS ist auch in Gesprächen sowohl mit dem Aktionär, dem Finanzministerium, als auch mit dem Konzessionsgeber, dem Ministerium für Infrastruktur und Umwelt. NS kann diese Krise nicht allein bewältigen, und die Hilfe der Regierung ist notwendig, wie während des Treffens deutlich gemacht wurde.

WKZ, Quelle NS

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