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Donnerstag, 28 Mai 2020 09:00

Norwegen: Vorerst keine Bahn nach Nordnorwegen

Eine Mehrheit im norwegischen Parlament Storting sprach sich vorgestern (26.05.2020) gegen den Vorschlag von SV (Sozialistische Linkspartei) und Frp (Fortschrittspartei) aus, die Bahn nach Nordnorwegen zu bauen.

Den Antragstellern SV und Frp schlossen sich Sp (Zentrumspartei), MDG (Umweltpartei Die Grünen) und R (Rot) an, während die Regierungsparteien (H Konservative, V Liberale, KrF Christliche Volkspartei) und die Ap (Arbeiterpartei) ihn ablehnten. Die Ap legte einen eigenen Vorschlag vor, im Rahmen des Nationalen Verkehrsplans eine Studie für die Strecke durchzuführen. Auch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit.

2019 wurde die Nordnorwegen-Eisenbahn erstmals zu einem zentralen Thema im Kommunalwahlkampf. Vertreter der nordnorwegischen Arbeiterpartei Ap haben sich dafür ausgesprochen, weil Nordnorwegen eine klimafreundliche Transportalternative braucht, um das Warenvolumen zu erhöhen. Nun haben selbst ihre Vertreter im Parlament nicht dafür gestimmt.

Die Initiative ist im Parteienspiel untergegangen. Damit die Nordnorwegen-Eisenbahn das Licht der Welt erblicken kann, muss eine Regierung mit einer politischen Mehrheit im Hintergrund dies stark genug wünschen, um Prioritäten zu setzen und die Bahn in den nationalen Verkehrsplan aufnehmen.

Nach einem Auftrag des Ministeriums für Verkehr und Kommunikation legte die norwegische Eisenbahndirektion (Jernbanedirektoratet) Anfang Juli 2019 eine aktualisierte Kostenschätzung und sozioökonomische Analyse für eine Eisenbahn von Fauske nach Tromsø (Nordnorwegische Eisenbahn, Nord-Norgebanen) zur Beratung vor. Bei Kosten von mehr als 120 Mrd. NOK (12 Mrd. Euro) gab die Eisenbahndirektion keine Empfehlung, empfahl aber die politische Diskussion.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle ND Norddorsk Debatt

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