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Freitag, 27 Oktober 2017 14:25

Frankreich: Regierung und Alstom im Gespräch zur Zukunft des Werkes Belfort

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Fotos Alstom, Regierung.

Bruno Le Maire, Minister für Wirtschaft und Finanzen, Elisabeth Borne, Verkehrsministerin, und Henri Poupart-Lafarge, PDF von Alstom, trafen sich am 26.10.17 in Belfort zu einer Sitzung des nationalen Überwachungsausschusses über die Verpflichtungen zur Erhaltung dieses Industriestandorts. An dieser dritten Sitzung nahmen lokale und nationale Gewerkschaftsorganisationen sowie die betroffenen gewählten Vertreter der Gemeinden teil.

Was die Verträge anbelangt, so wurde der Auftrag über 15 Hochgeschwindigkeitszüge Euroduplex zur Verstärkung und Modernisierung des Rollmaterials auf der Atlantik-Achse vom Verwaltungsrat der SNCF Mobilités am 23. Februar 2017 genehmigt und Alstom mitgeteilt. Gleichzeitig bestätigte SNCF Réseau den Bedarf an 20 Rettungslokomotiven, deren Spezifikationen demnächst zur Ausschreibung vorgelegt werden, die Ende des Jahres beginnen könnte. Die Auftragsvergabe wird für Ende 2018 erwartet. Am 27. Februar schließlich unterzeichneten der französische Staat, SNCF Mobilités und die Finanzierungsagentur AFITF den Finanzierungsvertrag für die 30 TET/TER-Regiolis-Züge, über deren Bestellung SNCF Mobilités Alstom im April in Kenntnis gesetzt hat. Die ersten Lieferungen aus dem Standort Reichshoffen werden im Herbst 2018 erwartet.

Was die Verpflichtungen von Alstom betrifft, so wird Belfort zum europäischen Referenzzentrum für die Instandhaltung von Lokomotiven ausgebaut werden: Heute und für die nächsten drei Jahre beschäftigt der Geschäftsbereich Services 70 Mitarbeiter dank des Vertrages über die Instandhaltung von 30 Lokomotiven. Darüber hinaus hat Alstom bereits fast eine Million Euro für den Bau eines neuen Industriegebäudes zur Instandhaltung und für den Anschluss an das Eisenbahnnetz zugesagt, das derzeit fertiggestellt wird. Staat, Kommunen, SNCF Réseau und Alstom haben zusätzliche Mittel in Höhe von 852.000 Euro für die Elektrifizierung der im Bau befindlichen Teststrecke zur Verfügung gestellt.

Alstom investiert weiter in die Entwicklung der neuen Lokomotivplattform Prima H4. Mehr als 100 Mitarbeiter aus den Bereichen Forschung und Industrialisierung sind heute an der Entwicklung beteiligt. Der Staat wird Alstom auch weiterhin bei der Entwicklung dieser neuen Plattform unterstützen, sowohl durch die Unterstützung von ADEME, die im vergangenen Herbst mit 4 Mio. Euro beschlossen wurde, als auch durch die Exportförderung für die Märkte, in denen sich das Unternehmen positionieren kann. Nach einem ersten kommerziellen Erfolg in der Schweiz mit einem Auftrag über 47 Prima H4 für die SBB im November 2015 führt Alstom eine grosse Promotionaktion für diese neue Plattform durch.

Darüber hinaus wurden wichtige Meilensteine bei der Entwicklung des Hochgeschwindigkeitszuges TGV 2020 gelegt, der im Rahmen der Innovationspartnerschaft zwischen Alstom und der SNCF entwickelt wurde, in die Alstom 30 Millionen Euro in Belfort investiert. Mehr als 60 Mitarbeiter aus den Bereichen Engineering und Industrialisierung arbeiten an der Spezifikation der neuen Generation von Hochgeschwindigkeitszügen. Der TGV 2020 stellt angesichts der Aussichten für die Erneuerung der französischen TGV-Flotte eine entscheidende Herausforderung für die Standorte Belfort und La Rochelle sowie für die gesamte französische Industrie dar. Dazu ist es wichtig, insbesondere das TGV-Geschäftsmodell zu überarbeiten und zu stärken. Dies ist der Sinn der von der Regierung eingeleiteten Arbeiten, deren Schlussfolgerungen im Januar 2018 vorliegen werden.

Im Hinblick auf die Diversifizierung der Standorte hat Alstom Programme zur Automatisierung des Betriebs von Lokomotiven und im Umfeld der Brennstoffzelle initiiert. Schließlich investierte der Standort Belfort 3 Mio. Euro in die Modernisierung seiner Industrieanlagen, insbesondere im Zusammenhang mit Zukunftsbranchen. Die Regierung und der Vorsitzende und CEO von Alstom begrüßen das Erreichen mehrerer wichtiger Meilensteine des Plans zur Fortführung des Bahnbetriebs am Standort Belfort und werden die Umsetzung des Plans weiterhin überwachen.

Bruno Le Maire bekräftigte die Zusage des Staates, den Industriestandort Belfort von Alstom zu erhalten: "Die im Rahmen der Fusion von Alstom mit Siemens eingegangenen Verpflichtungen garantieren die Nachhaltigkeit dieses Standorts. Darüber hinaus wird der Staat eng mit dem neuen Unternehmen zusammenarbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit dieses Standorts und seiner Niederlassungen in Frankreich und im Ausland zu gewährleisten. Der Standort Belfort muss im Mittelpunkt der Entwicklung des TGV der Zukunft stehen: Er ist die beste Garantie für die Zukunft. »

Elisabeth Borne erinnerte an die Arbeit der Regierung zur Erarbeitung einer ehrgeizigen Eisenbahnstrategie für das Land: "Die Bahnindustrie braucht eine klare und langfristige Perspektive für die Schienenverkehrsstrategie. Die Arbeiten, die wir unternommen haben, werden die künftigen Aufträge der SNCF und den Auslastungsplan von Alstom sichern."

WKZ, Quelle Alstom

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Letzte Änderung am Freitag, 27 Oktober 2017 19:38

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