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Samstag, 30 Mai 2020 19:21

Tschechien: Die Züge fahren wieder über das renovierte Negrelli-Viadukt

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Fotos Andrej Babiš.

Die tschechische Eisenbahnverwaltung Správa železnic hat den Wiederaufbau des historischen Negrelli-Viadukts abgeschlossen. Die Züge werden am Montag, dem 1. Juni, wieder über das 1850 erbaute Viadukt fahren, gestern (29.05.2020) wurde das gesamte Bauwerk vom Premierminister Andrej Babiš in Begleitung des stellvertretenden Premierministers und Verkehrsministers Karel Havlíček, des Generaldirektors der Eisenbahnverwaltung Jiří Svoboda und Vertretern des Baukonsortiums inspiziert.

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Fotos Andrej Babiš, Karel Havlíček.

Die denkmalgeschützte Brücke wird seit 1850 für den Verkehr in der Hauptstadt genutzt, und es sind nur noch einige Endarbeiten der Rekonstruktion nötig, so dass der Betrieb aufgenommen werden kann.

"Dank der Tatsache, dass die Rekonstruktion des Viadukts unter maximaler Nutzung der ursprünglichen Materialien und Technologien erfolgte, war es möglich, ihren monumentalen Wert zu erhalten. Gleichzeitig wurde die Strecke jedoch erheblich modernisiert und kann so zu einem Teil der Fernstrecke von Kladno mit der Abzweigung zum Prager Flughafen werden", sagte Verkehrsminister Karel Havlíček.

"Die Rekonstruktion der historischen Brücke aus der Mitte des 19. Jahrhunderts ist eines der einzigartigen Bauprojekte der Eisenbahnverwaltung. Es war die erste größere Reparatur dieser Art in ihrer 170-jährigen Geschichte. In diesem Fall kann man ohne Übertreibung sagen, dass kein Stein auf dem Stein geblieben ist. Das Ergebnis ist jedoch lohnenswert, was nicht nur die Bewohner und Besucher Prags, sondern vor allem die Fahrgäste der Züge zu schätzen wissen werden", sagte Jiří Svoboda, Generaldirektor der Eisenbahnverwaltung.

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Fotos Hochtief.

"Ich freue mich, dass wir an einem so außergewöhnlichen Verkehrsprojekt teilnehmen konnten. Der Wiederaufbau des Negrelli-Viadukts war nicht nur eine große Herausforderung für unser Unternehmen, sondern auch eine Würdigung unserer Erfahrungen. Dieser Bau verbindet die Rekonstruktion eines denkmalgeschützten Bauwerks mit einer funktionalen Ingenieurleistung, die auch allen zeitgemäßen Anforderungen des Eisenbahnbetriebs gerecht werden muss", sagte Tomáš Koranda, Vorstandsvorsitzender von HOCHTIEF CZ.

Der Bau des 1150 Meter langen steinernen Viadukts im Empire-Stil, das später nach seinem Schöpfer benannt wurde, begann im Frühjahr 1846. Zeitgenössischen Quellen zufolge begann der Betrieb der Züge am 1. Juni 1850. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es die längste Eisenbahnbrücke Europas. Bereits in den 1970er Jahren wurde ihr Hauptast von Buben bis zum heutigen Masaryk-Bahnhof durch ein 351 m langes Verbindungsviadukt ergänzt, das eine direkte Verbindung zwischen Buben und Libní ermöglichte.

Die Rekonstruktion des Viadukts begann im April 2017. Insgesamt wurden 100 Ziegel-, Sandstein- oder Granitgewölbe rekonstruiert, von denen acht die Moldau überqueren. Insgesamt 19 Gewölbe mussten vollständig demontiert und wieder zusammengebaut werden. Sieben von ihnen erwiesen sich in einem schlechteren Zustand als ursprünglich erwartet. Leider wurde dies erst nach dem Abriss des Eisenbahnoberbaus und des Eisenbahnbettes deutlich. Diese Tatsache war der Hauptgrund für die Verschiebung des Fertigstellungstermins des Baus und auch für die Erhöhung der Gesamtinvestitionskosten.

Das Eisenbahnuntergestell und der Oberbau wurden modernisiert, was neben der Erhöhung der Streckengeschwindigkeit von 40 auf 60 km/h auch zu einem leiseren und ruhigeren Zuglauf führen wird. Die Anwohner der umliegenden Häuser werden den Einsatz von Anti-Vibrationsmatten oder moderneren Weichen schätzen, was zur Verringerung des Lärmpegels in unmittelbarer Nähe des Viadukts beitragen wird. Neuere Brückenkonstruktionen aus dem letzten Jahrhundert in den Straßen Prvního pluku und Křižíkova wurden ebenfalls ersetzt.

Der Ersatz der bestehenden Signal- und Kommunikationseinrichtungen durch moderne elektronische Geräte bedeutete nicht nur eine Erhöhung der Sicherheit, sondern auch des Durchsatzes der zweigleisigen Strecke, die nun bis zu 14 Zugpaare pro Stunde aufnehmen kann. Der elektrische Betrieb wird durch moderne Traktionsstrecken sichergestellt. Darüber hinaus ist die Brücke ein integraler Bestandteil des Hochwasserschutzes in Karlín und Holešovice. In den Brückenpfeilern an beiden Ufern der Moldau befindet sich eine eingebaute Konstruktion, in die im Falle einer drohenden Gefahr mobile Barrieren eingebaut werden können.

Die erste regelmäßige Verbindung mit den Fahrgästen nach der Erneuerung des Viadukts wird am Montag, dem 1. Juni, der Personenzug 9840 Prag. n. - Kladno sein. Er fährt um 0.20 Uhr vom Hauptbahnhof ab, nach Umsetzen in Prag-Libeň kehrt er ins Zentrum zurück und fährt über den Verbindungsviadukt Karlín zum Negrelli-Viadukt. Die ersten Züge aus dem Bahnhof Masaryk fahren um 4.42 Uhr in Richtung Kralupy nad Vltavou bzw. um 5.16 Uhr in Richtung Kladno ab.

Die Gesamtinvestitionskosten des Baus mit dem Titel "Rekonstruktion des Negrelli-Viadukts" belaufen sich auf 1,96 Mrd. CZK ohne Mehrwertsteuer. Das Projekt wird von der Europäischen Union aus der Connecting Europe Facility (CEF) mitfinanziert. Der Gesamtbetrag der förderfähigen Projektkosten beläuft sich auf 1,28Mrd. CZK. Die Höhe der EU-Förderung beträgt 77,26% der förderfähigen Kosten, die Höhe des Zuschusses beläuft sich auf maximal 36 Mio. EUR, d.h. ca. 990 Mio. CZK. Die nationale Finanzierung wird durch den Staatlichen Fonds für Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt.

Auftragnehmer des Baus ist das Negrelli-Viadukt, das aus HOCHTIEF CZ (Verwalter der Gesellschaft), Strabag Rail und Avers besteht. Der Fertigstellungstermin ist November dieses Jahres.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle Správa železnic, Hochtief

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Letzte Änderung am Sonntag, 31 Mai 2020 08:04

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